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- 06.04.2005 -

 

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Heilpflanzen: Große Nachfrage gefährdet Bestände zahlreicher Arten

Etwa 4.000 Heilpflanzenarten sind inzwischen gefährdet, so die Naturschutzorganisation WWF.

(vv) - Die „Apotheke Natur“ boomt seit Jahren. Im Jahr 2003 gingen nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF allein in Deutschlands Apotheken pflanzliche Heilmittel im Wert von zwei Milliarden Euro über die Ladentheke. Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 80 Prozent der Menschheit auf die Medizin aus der Natur angewiesen. Allerdings geht die so genannte sanfte Medizin immer öfter zu Lasten der Natur, warnt der WWF anlässlich des Weltgesundheitstags am Donnerstag.

Naturheilmittel finden immer mehr Freunde. Weltweit werden nach Schätzung des WWF 40.000 bis 50.000 verschiedene Pflanzenarten in Arzneien, Kosmetikprodukten, Süßigkeiten und Tees verwendet. Jährlich würden Heilpflanzen im Wert von bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar gehandelt. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von über 45.000 Tonnen Rohmaterial pro Jahr sei Deutschland in Europa Spitzenreiter und stehe sogar weltweit an vierter Stelle. Beliebte Produkte sind zum Beispiel die Teufelskralle gegen Gelenkbeschwerden oder die Schlüsselblume bei Erkrankungen der Atemwege.

Die Folge der enormen Nachfrage nach Heilpflanzen sei eine weltweite Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, so der WWF. Etwa 4.000 Arten sind nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN inzwischen bereits gefährdet. Der größte Teil des Bedarfs an Heilpflanzen werde aus Wildsammlungen gedeckt. „Allerdings erfolgt die Sammlung der Pflanzen nur in seltenen Fällen auf nachhaltige Weise. Allzu oft wird mehr geerntet als nachwächst“, erklärte WWF-Heilpflanzenexpertin Britta Pätzold. „Die Verlierer dieses Vorgehens sind Natur und Mensch gleichermaßen. Gerade in den ärmeren Regionen der Welt entziehen sich die Sammler so selbst ihre Lebensgrundlage.“

Um auch in Zukunft auf die heilsamen Pflanzen zurückgreifen zu können gelte es, die natürlichen Ressourcen zu schützen. Der WWF entwickelt deshalb Konzepte für eine schonende Nutzung der Wildbestände. Pätzold: „Nur Produkte, bei deren Herstellung bestimmte ökologische und soziale Kriterien eingehalten wurden garantieren einen langfristigen Erhalt der Pflanzenbestände.“

 

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© WWF Jürgen Matijevic

Die Schlüsselblume (Primula veris) hilft bei Erkrankungen der Atemwege.


 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

 

 

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