Zitronen an der Nordsee: Klimawandel verändert Gärten
Frische Feigen aus dem Vorgarten, blühende
Zitronen zu Weihnachten: Der Klimawandel wird Europas Gärten
verändern.
Hamburg (vv) - Frische Feigen aus dem Vorgarten, Kaffeekränzchen
unterm Olivenbaum - und zu Weihnachten blühende Zitronen
statt froststarrer Tannenbäume. Was für norddeutsche
Gartenbesitzer zur Zeit noch wie ein Urlaubstraum klingt, könnte
schon in absehbarer Zeit wahr werden: durch den Treibhauseffekt.
In seiner neuen Ausgabe berichtet das Magazin "GEO-Special"
über eine bisher wenig beachtete Auswirkung des globalen
Klimawandels: Steigende Temperaturen - bis zu vier Grad bis Ende
des Jahrhunderts - werden nicht nur zu heißen Sommern und
heftigeren Niederschlägen führen, sondern auch die Pflanzenwelt
Europas durchgreifend verändern. Und zwar in Gärten
und auf Feldern ebenso wie in der freien Natur.
Wein aus England
Schon jetzt registrieren Agrarmeteorologen, dass die Vegetationsperiode
auf dem Kontinent immer früher beginnt und immer später
endet, dass immer mehr Gewächse aus dem Süden in raueren
Breiten Fuß fassen. Spätestens um 2100, so vermuten
britische Wissenschaftler, könnten an schottischen Berghängen
Weintrauben heranreifen; dürften mediterrane Pflanzen wie
Oleander, Oliven und Hibiskus auch den nordeuropäischen Winter
überstehen.
Neue Schädlinge
Doch Gartenbesitzer sollten sich nicht zu früh über
den Treibhauseffekt freuen, so "GEO-Special" weiter.
Denn milde Winter und Sommerdürre werden auch neue Schädlinge
gedeihen lassen - und vielen vertrauten Gartenpflanzen den Garaus
machen. Britische Gärtner und Parkbesitzer würden sich
bereits auf veränderte Wachstumsbedingungen einstellen, so
das Magazin.
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