Indien will Geier retten
Angesichts des dramatischen Geiersterbens im
Land will die indische Regierung nun handeln.
(jkm) - Die indische Regierung hat beschlossen, die Anwendung
eines Entzündungshemmers zur Behandlung von Vieh zu verbieten.
Frühere Studien hatten den Wirkstoff Diclofenac mit dem dramatischen
Geiersterben in Indien und benachbarten Staaten in Verbindung
gebracht.

© Munir Virani/Peregrine
Fund
Indische Geier (Gyps indicus)
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Seit Beginn der 90er-Jahre wird auf dem indischen Subkontinent
ein Rückgang mehrerer Geierarten beobachtet. So sind einige
Bestände des Bengalengeiers (Gyps bengalensis) in nur zehn
Jahren um 99 Prozent eingebrochen. Diese Entwicklung ist umso
besorgniserregender, als die Tiere nicht nur von kultureller und
religiöser Bedeutung sind, sondern auch eine wichtige hygienische
Funktion ausüben.
Erst im letzten Jahr hatte eine internationale Forschergruppe
entdeckt, dass der Wirkstoff Diclofenac für das Geiersterben
verantwortlich zu sein scheint. In der Viehzucht weit verbreitet,
geht die Substanz mit dem Fleisch toter Rinder auch auf die Geier
über - und führt bei ihnen zu Nierenversagen und zur
Anhäufung giftiger Harnsäure-Kristalle und damit letztlich
zum Tod.
Auf einer Sitzung des National Board for Wildlife, der obersten
Naturschutzbehörde Indiens, wurde nun vorgeschlagen, die
Anwendung des Wirkstoffs für veterinärmedizinische Zwecke
zu untersagen. Premierminister Manmohan Singh, der die Sitzung
leitete, sprach sich ebenfalls für diese Maßnahme aus.
Über einen Zeitraum von sechs Monaten sollen die indischen
Viehbesitzer Diclofenac nun durch andere, für Geier weniger
giftige Wirkstoffe wie Ketoprofen und Meloxicam ersetzen.
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