WWF will letzte Flussdelfine retten
Die Umweltschutzorganisation WWF hat eine Aktion
zur Rettung der letzten Flussdelfine gestartet.
(vv) - Am Dienstag beginnt die von den Vereinten Nationen ausgerufene
Dekade des Wassers. Die Chancen, dass die letzten überlebenden
Flussdelfine das Jahrzehnt überleben, stehen nach Meinung
der Umweltschutzorganisation WWF schlecht. Verschmutztes Wasser,
Staudämme und begradigte Flüsse würden den blinden
Säugern das Leben schwer machen. Zudem verfingen sich immer
wieder Tiere als ungewollter Beifang in den Kiemennetzen der Fischer,
wo sie oft qualvoll ersticken.
Der WWF startet nun deshalb eine Initiative, um die Flussdelfine
vor dem drohenden Aussterben zu retten. Ziel ist es, die Flüsse
als Lebensraum zu bewahren und sie für Delfine und andere
bedrohte Arten bewohnbar zu machen. Das Spektrum reicht dabei
von Umweltbildungsprogrammen über Renaturierungsprojekte
bis hin zur Förderung des sanften Tourismus.

© Chinese Academy of Science
Chinesischer Flussdelfin oder Baiji (Lipotes
vexillifer)
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Es gibt sieben verschiedene Arten von Süßwasserdelfinen.
Vier von ihnen können nur in Flüssen leben, drei wagen
sich auch ins Meer. Die seltsamen Säuger kommen vorwiegend
in Asien vor. Nur zwei Arten, der Amazonasdelfin und der karibische
Tucuxi, leben in Südamerika. Einige Flussdelfinarten werden
bis zu 2,50 Meter lang, die meisten sind aber kleiner. Die dicksten
Brocken wiegen bis zu 120 Kilo. Sie sind blind oder können
nur sehr wenig sehen, dafür sind sie aber in der Lage, sich
mit einem hoch entwickelten Sonarsystem zu orientieren. Die wendigen
Schwimmer nutzen ihre kräftige Schwanzflosse als Antrieb
und können sich mit ihren grossen Brustflossen auch seitlich
bewegen.
Besonders bedroht sind die Tiere im chinesischen Yangtse. Hier
werden laut WWF nur noch ein gutes Dutzend Exemplare vermutet,
die kaum eine Überlebenschance hätten. Etwas besser
sehe die Situation in Indien und Pakistan aus. Im Einzugsgebiet
des Ganges lebten noch etwa 2000 Tiere, im pakistanischen Indus
seien es etwa 1.300 Exemplare. Problematisch sei vor allem, dass
die verschiedenen Populationen oft durch Staustufen voneinander
getrennt sind. Dadurch werde eine genetische Durchmischung verhindert
und Inzucht sei vorprogrammiert.
Besonders in Asien leben Flussdelfine in extrem dicht besiedelten
Gebieten. Entsprechend hoch ist die Belastung. Abwässer werden
ungeklärt in die Flüsse geleitet und der Regen schwämmt
zusätzliche Schadstoffen von Äckern in die Flüsse.
Den Tieren geht es aber nicht nur wegen des trüben Wassers
dreckig, sondern auch der enorme Wasserbedarf für die Landwirtschaft
macht den Tieren zu schaffen, so der WWF.
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