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- 21.03.2005 -

 

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WWF will letzte Flussdelfine retten

Die Umweltschutzorganisation WWF hat eine Aktion zur Rettung der letzten Flussdelfine gestartet.

(vv) - Am Dienstag beginnt die von den Vereinten Nationen ausgerufene Dekade des Wassers. Die Chancen, dass die letzten überlebenden Flussdelfine das Jahrzehnt überleben, stehen nach Meinung der Umweltschutzorganisation WWF schlecht. Verschmutztes Wasser, Staudämme und begradigte Flüsse würden den blinden Säugern das Leben schwer machen. Zudem verfingen sich immer wieder Tiere als ungewollter Beifang in den Kiemennetzen der Fischer, wo sie oft qualvoll ersticken.

Der WWF startet nun deshalb eine Initiative, um die Flussdelfine vor dem drohenden Aussterben zu retten. Ziel ist es, die Flüsse als Lebensraum zu bewahren und sie für Delfine und andere bedrohte Arten bewohnbar zu machen. Das Spektrum reicht dabei von Umweltbildungsprogrammen über Renaturierungsprojekte bis hin zur Förderung des sanften Tourismus.

 


© Chinese Academy of Science

Chinesischer Flussdelfin oder Baiji (Lipotes vexillifer)

 

Es gibt sieben verschiedene Arten von Süßwasserdelfinen. Vier von ihnen können nur in Flüssen leben, drei wagen sich auch ins Meer. Die seltsamen Säuger kommen vorwiegend in Asien vor. Nur zwei Arten, der Amazonasdelfin und der karibische Tucuxi, leben in Südamerika. Einige Flussdelfinarten werden bis zu 2,50 Meter lang, die meisten sind aber kleiner. Die dicksten Brocken wiegen bis zu 120 Kilo. Sie sind blind oder können nur sehr wenig sehen, dafür sind sie aber in der Lage, sich mit einem hoch entwickelten Sonarsystem zu orientieren. Die wendigen Schwimmer nutzen ihre kräftige Schwanzflosse als Antrieb und können sich mit ihren grossen Brustflossen auch seitlich bewegen.

Besonders bedroht sind die Tiere im chinesischen Yangtse. Hier werden laut WWF nur noch ein gutes Dutzend Exemplare vermutet, die kaum eine Überlebenschance hätten. Etwas besser sehe die Situation in Indien und Pakistan aus. Im Einzugsgebiet des Ganges lebten noch etwa 2000 Tiere, im pakistanischen Indus seien es etwa 1.300 Exemplare. Problematisch sei vor allem, dass die verschiedenen Populationen oft durch Staustufen voneinander getrennt sind. Dadurch werde eine genetische Durchmischung verhindert und Inzucht sei vorprogrammiert.

Besonders in Asien leben Flussdelfine in extrem dicht besiedelten Gebieten. Entsprechend hoch ist die Belastung. Abwässer werden ungeklärt in die Flüsse geleitet und der Regen schwämmt zusätzliche Schadstoffen von Äckern in die Flüsse. Den Tieren geht es aber nicht nur wegen des trüben Wassers dreckig, sondern auch der enorme Wasserbedarf für die Landwirtschaft macht den Tieren zu schaffen, so der WWF.

 

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 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

Flussdelfine


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