Große Waldschäden in Osteuropa - Wildverbiss in Deutschland
Mit 69 Prozent geschädigter Bäume
liegt Deutschland bei den Waldschäden im europäischen
Mittelfeld. Der Wildverbiss im deutschen Wald ist jedoch höher
als bislang bekannt.
(vv) - Zum "Tag des Waldes" am 21. März teilte
das Statistische Bundesamt mit, dass in Europa je nach Land zwischen
40 Prozent und 90 Prozent der Bäume geschädigt sind.
Dies zeigten Untersuchungsergebnisse der Wirtschaftskommission
der Vereinten Nationen für Europa für das Jahr 2003.
Mit durchschnittlich 69 Prozent geschädigter Bäume
lag Deutschland innerhalb Europas im Mittelfeld. Die höchsten
Schädigungen an Laub- und Nadelbäumen traten vor allem
in Osteuropa auf. Durchschnittlich über 80 Prozent der Bäume
waren betroffen in Bulgarien (81%), der Ukraine (82%), in Litauen
(87%), in der Tschechischen Republik (89%), in der Slowakei (90%)
sowie in Polen (92%). In Westeuropa wies Italien mit 80 Prozent
den größten Anteil geschädigter Bäume auf.
Anteile von weniger als 50 Prozent kranker Bäume verzeichneten
laut Statistischem Bundesamt Rumänien (38%), Dänemark
(38%), Österreich (39%), Finnland (46%), die Niederlande
und Irland (jeweils 47%).
20 Prozent des deutschen Waldes durch Wild geschädigt
Die Schäden durch Wildverbiss im deutschen Wald sind nach
Angaben des "Spiegel" weit höher als bislang bekannt.
Das Nachrichtenmagazin beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte
Untersuchung im Rahmen der neuen Bundeswaldinventur. Jeder fünfte
junge Baum werde demnach von Rehen und Hirschen verbissen. Besonders
stark geschädigt seien nachwachsende Laubbäume, während
junge Fichten und Kiefern viel seltener angefressen würden.
Dies hat laut "Spiegel" fatale Folgen: Anstelle robuster
Mischwälder entstünden anfällige Monokulturen aus
Nadelbäumen.
Schon seit Jahren fordern Naturschützer und Waldbesitzer
deshalb, die Rehe stärker zu bejagen, schreibt das Nachrichtenmagazin
weiter. Doch daran hätten viele Jäger kein Interesse:
Sie hielten die Bestände künstlich hoch, um möglichst
viele Trophäenträger heranzuzüchten.
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