Wie auf Krücken: Fledermäuse im Galopp
Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen können
Vampire sich auch am Boden erstaunlich schnell vorwärts bewegen.
(jkm) - Vampirfledermäuse zeichnen sich nicht nur durch
ihre Ernährungsweise aus, berichten zwei amerikanische Zoologen
im Magazin "Nature". Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen
verfügen die Vampire sogar über einen ureigenen Laufstil
- einen Galopp, bei dem die Arme den größten Teil des
Vorschubs leisten.
Da Fledermäuse die einzigen zum Flatterflug fähigen
Säugetiere seien, unterscheide sich ihr Körperbau deutlich
von dem anderer Landsäuger, erläutern Daniel Riskin
und John Hermanson von der Cornell University in Ithaca, New York.
Als Folge können die meisten Fledermäuse am Boden nur
umständlich vorwärts robben. Offenbar hätten Vampirfledermäuse
das Laufen später wieder neu "erfunden".
Schneller Galopp
Riskin und Hermanson studierten den Gemeinen Vampir (Desmodus
rotundus). Ebenso wie ihre zwei Schwesterarten in Lateinamerika
beheimatet, besitzt die Art regelrechte Laufpolster an ihren Daumen.
Und bereits früher war aufgefallen, dass sie am Boden sehr
viel beweglicher ist als andere Fledermäuse. Bei in Gefangenschaft
gehaltenen Individuen hatte man sogar eine Art Galopp beobachtet.
Dabei erreichen die Tiere Geschwindigkeiten von über zwei
Metern pro Sekunde.
Mit Hilfe von Laufbandexperimenten ermittelten die Forscher nun,
dass es sich dabei um eine reguläre Gangart der Vampire handelt.
Bei relativ niedrigen Bandgeschwindigkeiten hielten ihre fünf
Probanden durch für Vierbeiner typisches Trotten die Position.
Ab etwa 0,3 Metern pro Sekunde gingen sie jedoch in einen eigentümlichen
Galopp über: Abgesehen von einer ausgeprägten Phase
ohne Bodenkontakt, erinnert diese Gangart an die eines Menschen
mit einem Gipsbein, der sich auf Krücken rasch vorwärts
bewegt.
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