Bakterien halten Bienenwölfe pilzfrei
Erstaunliche Lebensgemeinschaft: Eine im Boden
brütende Wespe nutzt Bakterien, um ihren Nachwuchs vor Pilzbefall
zu schützen.
(jkm) - Eine erstaunliche Lebensgemeinschaft ist der Bienenwolf
eingegangen, haben Würzburger Biologen entdeckt. Die im Boden
brütende Wespe nutzt Bakterien, um ihren Nachwuchs vor Pilzbefall
zu schützen. Offenbar setzen die Tiere ein natürliches
Antibiotikum ein, berichten die Forscher im Fachblatt "Current
Biology".

© Gudrun Herzner
Bienenwolf-Weibchen im Flug mitsamt Beute,
einer durch einen Stich gelähmten Honigbiene.
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Gerade im Boden lebende Tiere seien permanent von Mikroorganismen
bedroht, erläutert Martin Kaltenpoth von der Universität
Würzburg. Diese ließen sich am besten mit Antibiotika
bekämpfen. "Für einen höher entwickelten Organismus
ist es darum eine effektive und elegante Schutzmethode, wenn er
sich mit Mikroorganismen verbündet, die Antibiotika produzieren",
so der Biologe.
Die Larven des Europäischen Bienenwolfs (Philanthus triangulum)
wachsen in Erdhöhlen heran, die ihre Mütter mit gelähmten
Bienen als Nahrung bestückt haben. Bereits früher hatte
Kaltenpoths Kollegin Gudrun Herzner beobachtet, dass die Weibchen
den lebenden Vorrat mit einem Sekret belecken und so offenbar
vor Verderb schützen. Nun fand die Gruppe, dass die Mütter
auch die Brutzellen selbst präparieren: Dazu bestreichen
sie deren Wände mit einem weißlichen Sekret, das sie
aus speziellen Drüsen in ihren Antennen pressen.
Die eingehende Untersuchung des Sekrets offenbarte stäbchenförmige
Bakterien der Gattung Streptomyces. Diese von der Mutter gelieferten
Mikroben werden schließlich auch von den Bienenwolf-Larven
aufgenommen und in den Kokon eingesponnen, in den sie sich zur
Verpuppung hüllen. Dass diese Maßnahme Sinn macht,
belegten Versuche, bei denen die Forscher die Brutzellen bakterienfrei
hielten: Prompt sank die Überlebensquote der Larven von über
80 auf unter 7 Prozent.
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