Hodenverlust bei schnellen Käfern
Überraschend vielen Käfern fehlt ein
Hoden. Biologen rätseln noch über die Gründe für
dieses Phänomen.
(jkm) - Überraschend vielen Käfern fehlt ein Hoden,
hat eine amerikanisch-spanische Biologengruppe entdeckt. Die Gründe
für dieses Phänomen seien derzeit noch rätselhaft,
räumen die Forscher ein. Möglicherweise seien die Tiere
aus Platzgründen einen Kompromiss zwischen großer Spermienzahl
und rascher Eientwicklung eingegangen.

© Kipling Will, UC Berkeley
Laufkäfer Onypterigia tricolor: Fehlender
Hoden macht sich äußerlich nicht bemerkbar.
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Käfer verhalten sich völlig normal
"Wir haben zwei Lungen, zwei Nieren, und Männer und
Frauen haben paarige Keimdrüsen. Sogar unser Gehirn hat zwei
Hemisphären", so Kipling Will von der University of
California in Berkeley. Offenbar habe die Evolution bei Tieren
die Spiegelsymmetrie begünstigt. "Wenn diese Regel verletzt
wird, muss das also unsere Aufmerksamkeit erregen."
Will und seine Kollegen untersuchten rund 820 Arten von Laufkäfern
(Carabidae) - schnittig gebauten Räubern, die mitunter durch
metallisch-grünen Glanz auffallen. Wie die Forscher im "Journal
of Morphology" berichten, weisen die Männchen von 174
Arten nur einen Hoden auf. Zu dieser Entwicklung ist es unabhängig
voneinander in drei großen Laufkäfer-Gruppen gekommen.
Offenbar stellt der fehlende Hoden also nicht unbedingt ein Manko
dar.
"Die Käfer mit nur einem Hoden paaren sich völlig
normal und machen auch sonst alles, was ein Käfer halt so
tut", formuliert Wills Kollege James Liebherr von der Cornell
University in Ithaca. Angesichts des knapp bemessenen Raums im
Laufkäfer-Hinterleib sieht er einen möglichen Zusammenhang
zwischen dem Verlust des einen Hoden und der ungewöhnlichen
Größe der am verbliebenen Hoden ansetzenden Anhangsdrüse.
"Möglicherweise liefern die Männchen ihren Partnerinnen
mehr als nur Spermien", so Liebherr.
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