Das Herz einer Python
Nach einer Mahlzeit wächst das Herz der
Tigerpython um bis zu 40 Prozent und ermöglicht so enorme
Stoffwechselraten.
(jkm) - Ausdauersportler entwickeln mitunter ein besonders kräftiges
Herz. Eine Art Extremsport absolvieren auch Pythons beim Verdauen
eines Beutetiers, berichten amerikanische Biologen im Magazin
"Nature". Binnen zwei Tagen wächst das Herz der
Tiere um gut 40 Prozent und ermöglicht so enorme Stoffwechselraten.

© Dr. Bryan Rourke, Department
of Biological Sciences, California State University Long
Beach
Python: Nach einer Mahlzeit wächst
das Herz um bis zu 40 Prozent.
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Diese Vergrößerung habe bedeutende Folgen für
den Sauerstofftransport, schreiben die Forscher um James Hicks
von der University of California in Irvine. Zudem "könnte
sie erklären, warum das Herzschlagvolumen von Pythons nach
einer Mahlzeit 50 Prozent größer ist als bei nüchternen
Tieren unter maximaler Belastung."
Hicks und seine Kollegen studierten Tigerpythons (Python molurus),
die seit 28 Tagen keine Nahrung mehr erhalten bzw. vor zwei Tagen
eine Ratte gefressen hatten. Die Masse der Beute entsprach dabei
einem Viertel des Körpergewichts der Schlangen. Kurz nach
der Mahlzeit war der Sauerstoffverbrauch der Tiere um fast 600
Prozent erhöht, zudem hatte ihre Herzkammer um 40 Prozent
an Masse zugelegt. Vier Wochen nach der Mahlzeit waren die Werte
wieder auf das Ausgangsniveau gefallen.
Der Zuwachs geht auf eine verstärkte Bildung von Muskelproteinen
wie Myosin zurück, ermittelten die Biologen durch Messung
von Protein-, RNA- und DNA-Gehalt des Gewebes. Offenbar werden
die Herzmuskelzellen dabei lediglich "kräftiger",
während ihre Zahl relativ konstant bleibt. "Da diese
vollständig reversible Hypertrophie ein natürlicher
Vorgang ist, könnte sie helfen, die Mechanismen des Herzwachstums
auch bei anderen Tieren zu erforschen", schließen Hicks
und seine Kollegen.
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