Russlands Tiger werden gezählt
Suche nach Spuren im Schnee: Mehr als 1.000
Forscher zählen derzeit die bedrohten Amur-Tiger im Russischen
Fernen Osten.
(vv) - Im Fernen Osten Russlands läuft derzeit eine umfassende
Zählung der vom Aussterben bedrohten Amur-Tiger. Bei der
letzten Bestandserfassung von 1995/96 wurde die Anzahl der Amur-Tiger
auf rund 450 Tiere geschätzt. Die Artenschützer des
WWF hoffen, dass die Bestände seither stabil geblieben sind.
Bereits seit Dezember sind mehr als 1.000 Feldforscher in dem
zumeist schwer zugänglichen und kaum besiedelten Gelände
in den russischen Provinzen Primorski und Khabarovski Krai unterwegs,
um die Spuren der letzten Amur-Tiger im Schnee ausfindig zu machen,
teilte der WWF mit.
Ab dieser Woche werden die Forscher in einem 5-Tagesmarsch die
Tiger-Routen auf einer Strecke von rund 10.000 Kilometer abgehen
und jede einzelne Spur genau verzeichnen. Bis zuverlässige
Ergebnisse vorliegen, gehen nach Ansicht von Frank Mörschel
vom WWF noch einige Monate ins Land. Die Erhebung soll auch Aufschluss
über die Bestände der Beutetiere des Tigers geben.
Mörschel geht davon aus, dass die Bestände seither
stabil geblieben sind: Die Zählung wird hoffentlich
zeigen, dass sich unsere jahrelangen Anstrengungen zum Schutz
der Tiger gelohnt haben. Wenn die Anzahl der Tiere sogar gestiegen
ist, wäre das ein riesiger Erfolg für den Umweltschutz
im Russischen Fernen Osten.

© WWF-Canon/Vladimir Filonov
Amurtiger oder Sibirischer Tiger (Panthera
tigris altaica)
|
Die Amur-Tiger waren um 1940 bereits so gut wie ausgestorben
nur schätzungsweise 30 Tiere waren den Jägern
entkommen. Seit 1947 ist die Jagd verboten. Auch durch Schutzprojekte
erholte sich der Bestand seitdem auf etwa 450 Tiere.
Der Amur Tiger (Panthera tigris altaica) wird auch Sibirischer
Tiger genannt und ist der größte Vertreter unter den
Tigern. Die Männchen werden bis zu 300 Kilogramm schwer und
messen von der Schwanzspitze bis zu den Schurrhaaren zum Teil
mehr als drei Meter. Die Tiere sind vor allen Dingen wegen der
Nachfrage nach Tigerknochen in der traditionellen asiatischen
Medizin und wegen ihres Fells begehrt.
Seite
drucken
|