Marshall-Plan für Afrikas Wälder gefordert
Zwei Drittel der Kongo-Regenwälder könnten
in 50 Jahren verschwunden sein, befürchten Umweltschützer.
(vv) - Wenn Rodungen, illegaler Holzeinschlag, Wildtierhandel
und -schmuggel sowie der Handel mit Buschfleisch in gleichem Maße
weiter betrieben würden wie bisher, werden nach Schätzungen
des WWF zwei Drittel der Tropenwälder im zentralafrikanischen
Kongobecken innerhalb der nächsten fünfzig Jahre verschwunden
sein. Davor warnte die Umweltorganisation zum Auftakt eines zweitägigen
Waldgipfels für die Kongoregion, der ab Freitag in Brazzaville
in der Republik Kongo stattfindet. Zu dem Treffen wird auch der
französische Präsident Jacques Chirac erwartet.

© WWF/Michel Gunther
Waldelefanten (Loxodonta africana) im Regenwald
Dzanga-Sanghas im Süden der Zentralafrikanischen
Republik
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Marshall-Plan für die Kongo-Regenwälder
Die Regenwälder des Kongobeckens bilden nach der Amazonasregion
das zweitgrößte Tropenwaldgebiet der Erde. Sie sind
die Heimat von mehr als der Hälfte aller afrikanischen Tierarten,
darunter die seltenen Waldelefanten und Flachlandgorillas. Schätzungsweise
zwanzig Millionen Menschen sind für ihren Lebensunterhalt
auf diese Wälder angewiesen.
"Wenn es keinen Marshall-Plan für die Kongo-Regenwälder
gibt, werden wir das artenreichste Ökosystem Afrikas verlieren",
sagte WWF-Waldexperte Michael Evers. Der WWF appellierte an die
internationale Staatengemeinschaft, die Länder der Kongoregion
bei der Finanzierung ihrer Schutzprogramme durch Treuhandfonds
zu unterstützen. Dazu sollten die Regierungen mit dem Privatsektor
kooperieren.
Schmuggel von Wildtieren und illegal geschlagenem
Holz
Der Waldgipfel ist eine Neuauflage des "Yaoundé-Gipfels"
von 1999. Damals einigten sich die Staatschefs der Kongoregion
auf wichtige Schutzprogramme für ihre Wälder: Seither
wurden mehrere Millionen Hektar Wald zu Schutzgebieten erklärt
und grenzüberschreitende Maßnahmen zur Erhaltung bedrohter
Tierarten durchgeführt.
Der Yaoundé-Gipfel sei zwar ein "historischer Wendepunkt
für die Kongo-Regenwälder" gewesen, doch nun müssten
in einem zweiten Schritt weitergehende Taten folgen. Der WWF forderte
unter anderem schärfere Grenzkontrollen, um den Schmuggel
von Wildtieren und illegal geschlagenem Holz zu verhindern.
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