Wiederaufbau auf Sumatra bedroht Regenwälder
Der Wiederaufbau nach dem Tsunami könnte
zum Kahlschlag der Regenwälder Indonesiens führen. Der
WWF ruft deshalb zu "Bauholzspenden" auf.
(vv) - Für den Wiederaufbau in der Provinz Aceh auf Sumatra
werde in den nächsten fünf Jahren bis zu acht Millionen
Kubikmeter Holz benötigt. Zu diesem Ergebnis kommen das Forschungsinstitut
Greennomics und die Umweltorganisation WWF in einem am Donnerstag
vorgestellten Report. Würde der gesamte Bedarf aus den inländischen
Wäldern gedeckt, dürfte dies das Ende großer Teile
des Regenwaldes bedeuten. Deshalb müsse darüber nachgedacht
werden, den Bedarf an Baumaterial aus ausländischen Quellen
zu decken, ohne den indonesischen Haushalt zusätzlich zu
belasten, so der WWF.
Der WWF fordert die Geberländer wie Deutschland, Japan
und die USA auf, einen Teil ihrer zugesagten Hilfen in Form von
Holzlieferungen zu erfüllen. Dem jetzt vorliegenden Report
zufolge könnte aus den genannten Ländern etwa eine Million
Kubikmeter pro Jahr geliefert werden.
"Wir müssen verhindern, dass auf den Tsunami der Kahlschlag
folgt", betont Nina Griesshammer, Waldreferentin beim WWF
Deutschland. Natürlich könne man den Menschen nicht
verbieten, ihre Wälder zu nutzen, aber man müsse nach
kreativen Lösungen suchen, um einen möglichst umweltverträglichen,
langfristig nachhaltigen Wiederaufbau hinzubekommen. Raubbau an
den Wäldern führe nicht nur zu einem Verlust an Lebensraum
für bedrohte Tiere und Pflanzen sondern steigere zugleich
das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen.
Schon bevor der Tsunami zuschlug, habe der enorme Holzhunger
in Aceh die Kapazitäten der dortigen Wälder überstiegen,
teilte der WWF mit. Ein Großteil der Bäume würde
illegal gefällt. Der indonesische Regenwald gehöre deshalb
zu den am stärksten bedrohten Wäldern der Welt. Rund
70 Prozent des Holzes stamme aus illegalen Quellen.
Um zu verhindern, dass eine Katastrophe gelindert werde, in dem
man eine neue anrichte, müsse daher sichergestellt werden,
dass nur Holz aus nachhaltiger Nutzung verwendet werde, betonte
der WWF. Es sei entscheidend, nach den unmittelbaren Nothilfemaßnahmen
auf einen nachhaltigen Wiederaufbau im Einklang mit der Natur
zu setzen.
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