vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r  &  A r t e n s c h u t z


- 24.01.2005 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Serengeti: Löwen springen zwischen Gleichgewichten

Die Zahl der Löwen in der Serengeti steigt bei gutem Nahrungsangebot nicht stetig, sondern sprunghaft an.

(jkm) - Wenn die Bedingungen für eine Tierart allmählich günstiger werden, sollte auch die Zahl der Individuen allmählich steigen. Ein gänzlich anderes Verhalten zeigen Löwen in der Serengeti, berichtet eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science". Gefesselt durch seine eigene Sozialstruktur und kontrolliert durch Gnus, erfährt der "König der Tiere" immer wieder Bevölkerungsexplosionen und -einbrüche.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Rudelgröße, berichten die Forscher um Craig Packer von der University of Minnesota, Saint Paul. Einerseits müsse ein neues Rudel eine Mindestgröße von etwa vier ausgewachsenen Weibchen haben, um sich gegen andere Rudel behaupten zu können. Andererseits steige mit der Zahl der Mitglieder auch die Konkurrenz innerhalb des Rudels, sodass Gruppen mit über zehn Weibchen kaum Nachwuchs durchbrächten. Schwanken dann auch noch die Umweltbedingungen, sind abrupte Bestandesveränderungen vorprogrammiert, zeigten die Computermodelle der Wissenschaftler.

 


© Science

Eine Löwin auf der Jagd.

 

Packer und seine Kollegen analysierten die Populationsentwicklung von Löwen, die ein gut 2.000 Quadratkilometer großes Gebiet in der ostafrikanischen Serengeti bewohnen und seit 1966 beinahe kontinuierlich beobachtet werden. In der Region stieg die Zahl von Büffeln und Gnus seit 1963 stark an, nachdem die Tiere zuvor von der Rinderpest dezimiert worden waren. Doch erst im Jahr 1973 reagierte die im Buschland lebende Löwenpopulationen auf das steigende Beuteangebot - dann allerdings mit einem plötzlichen Anstieg der Individuenzahl um etwa ein Drittel. Grund waren sprunghaft erhöhte Überlebensraten der Jungtiere.

Ein zweiter Sprung folgte im Jahr 1983, nachdem grasende Gnus schon lange für weniger Steppenbrände gesorgt und den "Buschland-Löwen" so mehr Deckung verschafft hatten. Umgekehrt fanden in der Savanne jagende Löwen mehr Deckung, nachdem die Gnus durch eine Trockenheit dezimiert worden waren, und sprangen im Jahr 1997 auf ein neues Gleichgewichtsniveau. Und erst fünf Jahre, nachdem die Buschbewohner durch die Staupe dezimiert worden waren, stieg ihre Populationsgröße im Jahr 1999 wieder an, ebenfalls abrupt.

 

 Seite druckenSeite drucken

 Mehr Informationen:

Lion Research Center

Serengeti-Nationalpark

Löwe (Panthera leo)

vista verde: Raubkatzen

 

 Lesen Sie auch:

Löwen in Afrika bedroht

Mythos: Menschenfressende Löwen hausgemachtes Problem

Kenia: Die Löwen ohne Mähne

Warme Winter: Gut für Elche, schlecht für Wölfe

Naturschutz: Populationen statt Arten zählen

Everglades: Schnelle Rückkehr der Watvögel

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2005
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung