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- 19.01.2005 -

 

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Eingeschleppte Tiere und Pflanzen verursachen Millionenschäden

Nach Deutschland eingeschleppte fremde Tier- oder Pflanzenarten verursachen jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.

Hamburg (vv) - Nach Deutschland eingeschleppte fremde Tier- oder Pflanzenarten verursachen nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz jährlich Schäden von rund 100 Millionen Euro oder mehr. Der Präsident des Amtes, Hartmut Vogtmann, warnte in der Wochenzeitschrift "Die Zeit" vor wachsenden Problemen mit diesen Zuwanderern. "Die anlaufende Invasion der Ambrosie mit ihren allergenen Pollen kostet unser Gesundheitswesen bereits geschätzte 32 Millionen Euro jährlich. Schädlinge setzen der Land- und Forstwirtschaft zu, Muscheln verstopfen Abwasserrohre. Zwanzig diesbezüglich untersuchte Arten verursachen 99 bis 251 Millionen Euro Kosten pro Jahr in Deutschland", sagte Vogtmann.

 


© ArtToday

Der nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor) hat in Deutschland keine natürlichen Feinde. Er hat sich massenhaft vermehrt, seit 1934 in Hessen die ersten Tiere ausgesetzt wurden.

 

Deutschlands mächtigster Naturschützer beklagt fehlende oder widersprüchliche Regelungen im Umgang mit einwandernden Arten. "Die rechtichen Zuständigkeiten sind zu sehr zersplittert, auf Fischerei und Jagd, auf Land- und Forstwirtschaft", sagte Vogtmann. "Nach dem Jagdrecht dürfen Arten zugelassen werden, die der Naturschutz verbieten würde. Land- und Forstwirtschaft könnten sogar die schlimmsten Invasoren ausbringen, denn in diesen Sektoren sind keine Genehmigungen erforderlich." Laut Vogtmann ist der Haupteintragspfad für Pflanzen der Handel. So sind die Hälfte aller bewusst oder unbewusst eingeschleppten Pflanzenarten Zierpflanzen.

Die Behörde strebt eine Strategie gegen fremde Arten an. "An erster Stelle steht die Verhinderung des Einbringens neuer Arten", sagte Vogtmann. "Bekämpfungs- oder Kontrollmaßnahmen sind oft extrem aufwändig und selten erfolgreich." Weil die Probleme an den Grenzen nicht halt machen, sei das Fehlen einer EU-Regelung negativ bemerk- bar. "In einigen EU-Staaten bestehen gar keine Regelungen. Oder es hapert bei der gegenseitigen Information."

 

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 Mehr Informationen:

Das Positionspapier zu gebietsfremden Arten ist kostenlos erhältlich als "BfN-Skript 128" beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn; E-Mail: neobiota@bfn.de

DIE ZEIT: Neobiota: Neubürger Nandu

Neoflora

Einwanderungsland Deutschland

Angriff der Exoten

vista verde: Invasive Arten

 

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