Eingeschleppte Tiere und Pflanzen verursachen Millionenschäden
Nach Deutschland eingeschleppte fremde Tier-
oder Pflanzenarten verursachen jährlich Schäden in dreistelliger
Millionenhöhe.
Hamburg (vv) - Nach Deutschland eingeschleppte fremde Tier-
oder Pflanzenarten verursachen nach Angaben des Bundesamts für
Naturschutz jährlich Schäden von rund 100 Millionen
Euro oder mehr. Der Präsident des Amtes, Hartmut Vogtmann,
warnte in der Wochenzeitschrift "Die Zeit" vor wachsenden
Problemen mit diesen Zuwanderern. "Die anlaufende Invasion
der Ambrosie mit ihren allergenen Pollen kostet unser Gesundheitswesen
bereits geschätzte 32 Millionen Euro jährlich. Schädlinge
setzen der Land- und Forstwirtschaft zu, Muscheln verstopfen Abwasserrohre.
Zwanzig diesbezüglich untersuchte Arten verursachen 99 bis
251 Millionen Euro Kosten pro Jahr in Deutschland", sagte
Vogtmann.

© ArtToday
Der nordamerikanische Waschbär (Procyon
lotor) hat in Deutschland keine natürlichen Feinde.
Er hat sich massenhaft vermehrt, seit 1934 in Hessen die
ersten Tiere ausgesetzt wurden.
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Deutschlands mächtigster Naturschützer beklagt fehlende
oder widersprüchliche Regelungen im Umgang mit einwandernden
Arten. "Die rechtichen Zuständigkeiten sind zu sehr
zersplittert, auf Fischerei und Jagd, auf Land- und Forstwirtschaft",
sagte Vogtmann. "Nach dem Jagdrecht dürfen Arten zugelassen
werden, die der Naturschutz verbieten würde. Land- und Forstwirtschaft
könnten sogar die schlimmsten Invasoren ausbringen, denn
in diesen Sektoren sind keine Genehmigungen erforderlich."
Laut Vogtmann ist der Haupteintragspfad für Pflanzen der
Handel. So sind die Hälfte aller bewusst oder unbewusst eingeschleppten
Pflanzenarten Zierpflanzen.
Die Behörde strebt eine Strategie gegen fremde Arten an.
"An erster Stelle steht die Verhinderung des Einbringens
neuer Arten", sagte Vogtmann. "Bekämpfungs- oder
Kontrollmaßnahmen sind oft extrem aufwändig und selten
erfolgreich." Weil die Probleme an den Grenzen nicht halt
machen, sei das Fehlen einer EU-Regelung negativ bemerk- bar.
"In einigen EU-Staaten bestehen gar keine Regelungen. Oder
es hapert bei der gegenseitigen Information."
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