Das Java-Nashorn - ein historisches Tsunami-Opfer
Das Java-Nashorn hat bereits beim Untergang
des Krakatau 1883 mit einem Tsunami Erfahrung gemacht. Heute bedrohen
jedoch nicht Naturkatastrophen, sondern Wilderer die asiatischen
Nashörner.
(vv) - Am 27. August 1883 brachte eine Riesenwelle die bereits
durch Jagd stark dezimierte Nashorn-Population an der Westspitze
Javas an den Rand des Aussterbens. Der Krakatau, eine Insel von
der Größe Manhattans, die zwischen den beiden Inseln
Sumatra und Java lag, wurde durch eine heftige Vulkaneruption
auseinander gesprengt und löste dabei einen vierzig Meter
hohen Tsunami aus. Die Flutwellen trafen die Küsten von Java
und Sumatra, spülten ganze Städte fort und töteten
fast 40.000 Menschen. Wie viele Nashörner damals der Flut
zum Opfer fielen, ist nicht bekannt, allerdings war die Population
des Java-Nashorns in den 1930er Jahren auf etwa 30 Tiere abgesunken.

© WWF-Canon / Mike Griffiths
Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus), aufgenommen
in einer Fotofalle
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Waren die bis zu 1.600 Kilogramm schweren Java-Nashörner
früher in Südostasien weit verbreitet, so leben nach
Angaben der Umweltstiftung WWF heute nur noch etwa 60 Tiere im
Ujung Kulon Nationalpark an der Westspitze Javas und im Cat Tien
Nationalpark im Süden Vietnams. Damit gehöre das Java-Nashorn,
das im Gegensatz zu seinen afrikanischen Vettern nur ein Horn
trägt, zu den seltensten Großsäugern der Welt.
Nur sehr selten bekommen Menschen die scheuen Tiere zu sehen.
Das WWF-Naturfoto ist in einer Fotofalle entstanden.
Die größte Gefahr für das Nashorn war und ist
jedoch die Wilderei, so der WWF. Sein Horn wird in der asiatischen
Medizin als kostbares Heilmittel gegen Fieber, Epilepsie oder
Malaria hoch geschätzt und bringt Wilderern hohe Gewinne
ein. Neben der Wilderei werden die drei Nashorn-Arten Asiens -
das Panzernashorn, das Java-Nashorn und das Sumatra-Nashorn -
durch das Schwinden ihres Lebensraumes bedroht; sei es durch Landwirtschaft,
Holzfällerei oder für Plantagen für Palmöl,
Zellstoff, Kaffee oder Kakao.
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