Hockeyschläger beeindrucken Hirsche
Mit ungewöhnlichen Mitteln werden in Kanada
allzu zutrauliche Hirsche eingeschüchtert.
(jkm) - Nach folgenschweren Begegnungen zwischen Mensch und Tier
flößen die Mitarbeiter des Banff-Nationalparks den
Geweihträgern mit Knallfröschen neuen Respekt ein. Dabei
schwenken sie Eishockeyschläger über ihren Köpfen,
um sich als ernst zu nehmende Gegner zu präsentieren.
"Das ist Win-Win-Ökologie", so Colleen Cassady
St. Clair, Biologin an der University of Alberto in Edmonton.
Die Hirsche müssten weder umgesiedelt noch getötet werden
und die Besucher des Nationalparks könnten die Tiere auch
weiterhin aus sicherer Distanz bewundern. Ähnliche Probleme
mit Bären, die sich zu sehr an den Menschen gewöhnt
hätten, könnten vielleicht ebenfalls auf diese Weise
gelöst werden.

© ArtToday
Nordamerikanischer Rothirsch
(Elk) oder Wapiti bei der winterlichen Futtersuche
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St. Clair und ihre Studentin Elsabe Kloppers entwickelten das
Abschreckungsmanöver, da einige Rothirsche (Cervus elaphus)
in dem Nationalpark ihre Scheu vor dem Menschen verloren hatten.
Daher war es insbesondere am Rande der Stadt Banff mehrfach zu
Begegnungen zwischen Hirschen und Parkbesuchern gekommen, bei
denen letztere mitunter Verletzungen davongetragen hatten. Sorge
bereitete auch, dass die Anwesenheit der Pflanzenfresser immer
mehr Wölfe anzog.
Im Rahmen eines dreijährigen Projekts testeten die Biologinnen
verschiedene Einschüchterungsmaßnahmen. Kamen Hirsche
zu nah an den Stadtrand heran, wurden sie entweder 15 Minuten
lang von Border Collies verfolgt oder von lärmenden Menschen
verschreckt. Der Vergleich mit unbehelligt gelassenen Hirschen
belegte, dass beide Methoden die Fluchtdistanz der Tiere erhöhten.
Was das Meiden der Stadt betraf, waren menschliche "Hirschscheuchen"
jedoch effektiver als Hunde.
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