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- 11.12.2004 -

 

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Profitieren Korallenriffe vom Klimawandel?

Die globale Erwärmung könnte den Korallenriffen sogar nützen, meinen australische Forscher. Fachkollegen zweifeln jedoch an dieser Hypothese.

(jkm) - Die globale Erwärmung wird Korallenriffen im Endeffekt sogar nützen. Zu diesem Schluss kommen drei australische Wissenschaftler im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Eine beschleunigte Kalkabscheidung könnte die Riffe demnach ihre ursprüngliche Größe um ein Drittel übertreffen lassen. Fachkollegen melden Zweifel an dieser Hypothese an.

"Unserer Analyse zufolge, könnte die Erwärmung der Ozeane künftig beträchtlich erhöhte Wachstumsraten der Riffe bewirken, sodass die vorindustriellen Werte im Jahr 2100 sogar um 35 Prozent übertroffen werden", fasst Ben McNeil von der University of New South Wales, Sydney, die Resultate zusammen - wohl wissend, dass diese Aussage "im schroffen Gegensatz zu früheren Prognosen steht", laut denen ein großer Teil der Korallenriffe bis Ende des 21. Jahrhunderts abgestorben sein wird.

Riffe wachsen, indem Korallen und andere Organismen Calciumcarbonat aus dem Meerwasser fällen. Wie schnell dies geschieht, hängt unter anderem von der Temperatur des Wassers ab. In mehreren Meeresgebieten studierten McNeil und seine Kollegen nun, wie sich die Rate der Kalkablagerung mit der Temperatur ändert. Ihre Messergebnisse kombinierten sie mit den Resultaten eines Klimamodells, um das künftige Wachstum der Riffe abzuschätzen. Zwar bremst der erhöhte CO2-Gehalt des Meerwassers die Kalkabscheidung, folgern die Forscher. Indem die erhöhten Temperaturen den Stoffwechsel der Korallen und ihrer Algensymbionten beschleunigten, werde dieser Effekt jedoch mehr als ausgeglichen.

Bei dieser Analyse bleiben mehrere Aspekte unberücksichtigt, wendet Charles Sheppard von der University of Warwick ein. Eine Temperaturerhöhung beschleunige den Stoffwechsel, "sie bewirkt jedoch noch weitere Dinge, beispielsweise tötet sie die Algensymbionten ab, was letztlich wieder die Korallen tötet und die Kalkabscheidung auf Null reduziert", so der Forscher gegenüber dem Magazin "New Scientist".

Auch McNeils Mitautor David Barnes vom Australian Institute of Marine Science in Townsville formuliert lieber differenziert: Der Artikel betrachte die Wirkung der Erwärmung auf die Kalkablagerung "losgelöst von weiteren, negativen Effekten der Korallenbleiche [...] und dem beträchtlichen Einfluss menschlicher Aktivitäten, beispielsweise schlechter Wasserqualität und nicht-nachhaltiger Fischerei."

 

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 Mehr Informationen:

Riffe.de

 

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