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- 26.11.2004 -

 

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Zikaden düngen den Boden

Das massenhafte Auftreten von Zikaden im Osten der USA führt zu einem ungewöhnlichen Recycling: Nach ihrem Ableben sorgen die Insekten für eine verbesserte Bodenqualität.

(jkm) - In regelmäßigen Abständen erlebt der Osten der Vereinigten Staaten massenhafte Auftreten von Zikaden. Nach dem Ende der blitzartigen Invasionen kommt es zu einem beispiellosen Akt von Recycling, berichtet ein amerikanischer Ökologe im Magazin "Science". Indem die stickstoffreichen Kadaver der Tiere am Boden zersetzt werden, geben sie der Vegetation Nährstoffe zurück, die sie ihr zuvor ausgesaugt haben.

 


© Louie H. Yang

Alle 13 oder 17 Jahre kommt es im Osten der Vereinigten Staaten zum massenhaften Auftreten von Zikaden.

 

Periodisch auftretende Zikaden (Gattung Magicicada) leben 13 bzw. 17 Jahre im Untergrund, wo sie sich an Pflanzenwurzeln gütlich tun. Auch oberhalb des Erdbodens saugen die Tiere an Pflanzentrieben und legen ihre Eier in Zweigen ab. "Die durch Fraß und Eiablage der Zikaden verursachten Kosten sind wohlbekannt", schreibt Louie Yang von der University of California in Davis, "diese Befunde aber lassen vermuten, dass es auch positive, teils kompensierende Effekte durch den Dünger-Puls gibt."

In "Zikadenjahren" fing Yang Tausende der Tiere, fror sie ein und nutzte sie dann für regelrechte Düngeexperimente. Wurden die Kadaver in Dichten, wie sie auch natürlicherweise vorkommen, auf Versuchsflächen ausgestreut, stiegen Ammonium- und Nitratgehalt des Bodens binnen 30 Tagen auf das Doppelte bzw. Dreifache. Der erste Wert ging rasch wieder auf das Ausgangsmaß zurück, letzterer blieb dagegen langfristig erhöht.

Gleichzeitig nahm die Biomasse von Zersetzern im Boden - Bakterien und Pilzen - um gut ein Achtel zu, ermittelte Yang. Und auch Pflanzen profitieren von der Nährstoffflut: Glockenblumen (Campanulastrum americanum), die auf mit Zikaden "gedüngten" Böden wuchsen, enthielten mehr Stickstoff und produzierten neun Prozent größere Samen.

Indem diese üppigen Kräuter ebenfalls zersetzt werden, könnte ihr erhöhter Stickstoffgehalt letztlich wieder Bäumen zugute kommen, vermuten Richard Ostfeld und Felicia Keesing vom Institute of Ecosystem Studies in Millbrook, New York. Da zumindest ein Teil der Nährstoffe also wieder an ihrem Ausgangspunkt zurückkehre, könnte man ihrer Meinung nach von einer regelrechten Nährstoff-Fontäne sprechen.

 

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 Mehr Informationen:

Periodical Cicada Page

Zikaden

 

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