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- 22.09.2004 -

 

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Weißer Hai: Blutrünstige Beißmaschine oder sensibler Intelligenzler?

Während er in Filmen immer noch als blutrünstige Beißmaschine dargestellt wird, bemüht die Wissenschaft sich um ein neues Bild vom Weißen Hai.

Hamburg (vv) - Während Film auf Film das Image des Weißen Hais als gierigen Menschenfresser fördert, bemühen sich weltweit zwei Dutzend Wissenschaftler um ein differenzierteres Wissen über den immer noch rätselhaften großen Knorpelfisch. Wie das Magazin GEO in seiner Dezember-Ausgabe berichtet, sind die Forscher, überwiegend in Südafrika, den USA und Australien, dabei zu einer ganzen Reihe eindrucksvoller Erkenntnisse gelangt.

So haben sie Belege für transozeanische Reisen männlicher Haie, von denen ein Exemplar etwa die 3800 Kilometer lange Distanz von Kalifornien bis Hawaii mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71 Kilometer pro Tag und in bis zu 650 Meter Tiefe durchschwamm. Bis zu einem Monat lang können Haie dabei hungern; ihr maximales Lebensalter schätzen Forscher auf 60 bis 70, mitunter sogar auf 100 Jahre.

Hai-Experten wie der Südafrikaner Michael Scholl können nach dem Bericht in GEO an Form und Farbe der Rückenflosse bis zu 1000 verschiedene Hai-Individuen identifizieren; andere Forscher, wie Scholls Kollege Leonard Compagno, haben über 50 wiederkehrende Verhaltensmuster des Weißen Hais beobachtet: vom Huckepackschwimmen bis zu Situationen, in denen die Tiere den Kopf aus dem Wasser stecken, um Menschen nur interessiert anzuschauen.

 


© NOAA

Weißer Hai (Carcharodon carcharias): Blutrünstige Beißmaschine oder sensibler Intelligenzler?

 

Uneins sind sich die Wissenschaftler noch darüber, welcher der sensiblen Sinne der Haie der leistungsstärkste ist. So kann der Weiße Hai extrem gut sehen, aber zum Beispiel auch einen einzigen Tropfen Blut in einer Wassermenge, die dem eines Schwimmbades entspricht, riechen. Überdies ist es dem Jäger möglich, das elektrische Feld eines Beutetieres zu ermitteln.

Dass zu der Beute jedes Jahr auch einige Menschen gehören, halten die Experten gewissermaßen für ein Versehen des Hais, einen Fehlgriff („mistaken identity“), der darauf zurückzuführen ist, dass der Mensch in der 60 Millionen Jahre langen Entwicklungsgeschichte des Weißen Hais erst seit relativ kurzer Zeit vor seinem Maul auftaucht. Beißt ein Weißer Hai allerdings zu, so setzt er dabei einen Beißdruck von drei Tonnen pro Quadratzentimeter frei.

Eine Methode, die gleichermaßen den Menschen vor dem Hai wie den Hai davor schützen könnte, als so genannter Beifang in Fischernetzen zu landen oder Opfer von Jägern zu werden, die es auf sein mit bis zu 50.000 Dollar gehandeltes Gebiss abgesehen haben, hat nach dem Bericht von GEO ein US-Forscher herausgefunden: Haie meiden den Leichengeruch eigener Artgenossen. Schon wenige Tropfen Flüssigkeit aus einem Hai-Kadaver würden reichen, den Hai fernzuhalten bzw. davor zu schützen, in eine Falle zu gehen.

Dass der Bestand des Weißen Hais insgesamt gefährdet ist, hat kürzlich die 13. Cites-Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen bestätigt. Bei ihr wurde er als schützenswert eingestuft.

 

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 Mehr Informationen:

GEO

Weißer Hai

vista verde: Haie

 

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