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- 23.11.2004 -

 

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Biologisches Neuland im Meer

In der Tiefsee wimmelt es von unbekannten Tier- und Pflanzenarten. Das zeigt der Zwischenbericht der ersten "Volkszählung im Meer".

(jkm) - Zwar weisen Landkarten kaum noch weiße Flecken auf, in den Meeren gibt es dagegen ein weites Betätigungsfeld für Entdecker. Das zeigen die Zwischenresultate einer groß angelegten Erfassung des marinen Lebens. Allein aus der relativ gut erforschten Gruppe der Fische fanden die Forscher im Jahr 2004 durchschnittlich zwei neue Arten pro Woche.

 


© L. Alcock

Unbekannte Oktopusart, die vermutlich
zur Gattung Pareledone zählt

 

Marine Arten: "Kaum an der Oberfläche gekratzt"

In sämtlichen studierten Meeresregionen, selbst in den vermeintlich wohlbekannten, fänden sich mit unveränderter Rate neue Spezies, so der "Census of Marine Life", ein im Jahr 2000 begonnenes und mit gut einer Milliarde US-Dollar ausgestattetes Forschungsprojekt. So seien in diesem Jahr bislang 106 neue Arten von Meeresfischen identifiziert worden. Derzeit seien 15.482 Arten bekannt, bis zum Ende des Projekts im Jahr 2010 könne die Zahl jedoch durchaus auf 20.000 steigen.

Die Zahl der Zooplankton-Arten könne sich sogar auf 14.000 verdoppeln, schätzen die Forscher. Und kaum abzuschätzen sei die Zahl der im Meer lebenden Mikroben, die immerhin über 90 Prozent der marinen Biomasse ausmachten. "Wir haben kaum an der Oberfläche gekratzt", kommentiert Frederick Grassle von der Rutgers University in New Brunswick. "Die Menschheit hat weniger als fünf Prozent der Weltmeere erkundet, und selbst dort, wo wir nach Leben gesucht haben, war es vielleicht zu klein, um entdeckt zu werden."

Riesige Meeresflächen noch unbekannt

Neben der Arbeit "im Feld" haben die mehrere Hundert beteiligten Wissenschaftler aus 70 Nationen auch damit zu tun, die Resultate früherer Forschergenerationen zu erfassen. Derzeit seien 5,2 Millionen Datensätze zu 38.000 Arten vorhanden, verglichen mit 1,1 Millionen Datensätzen zu 25.000 Spezies im letzten Jahr. Ausführlich präsentiert und diskutiert wird die Arbeit an den öffentlich zugänglichen Datenbanken auf einem Fachkongress, der nächste Woche in Hamburg beginnt.

Schon jetzt zeigt eine statistische Auswertung der Daten, wie es um die Kenntnis der Meere als größtem Lebensraum der Erde steht. Gut 95 Prozent aller Beobachtungen fanden demnach an oder nahe der Meeresoberfläche statt, weniger als 0,1 Prozent in der unteren Hälfte der Wassersäule. Und werden die geographischen Positionen auf einer Weltkarte markiert, bleiben riesige Meeresflächen - vor allem solche weitab der Küsten - ausgespart.

 

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 Mehr Informationen:

Census of Marine Life

Ocean Biogeographic Information System

UN Atlas of the Oceans

Die Tiefsee

 

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