Adler im Aufwind
Der Schutz der Seeadler zeigt nach Angaben des
WWF Erfolge. Die Zahl der Brutpaare in Deutschland steigt kontinuierlich
an.
(vv) - Wie die jüngsten Erhebungen belegen, brüten
in Deutschland immer mehr Seeadler. Mittlerweile ist die Zahl
der Brutpaare nach Angaben der Umweltstiftung WWF auf mindestens
470 angestiegen - 40 mehr als im letzten Jahr. In allen Bundesländern,
in denen die Seeadler zurückgekehrt sind, konnten in 2004
Zuwächse verzeichnet werden. Spitzenreiter ist das seenreiche
Mecklenburg-Vorpommern mit 209 Brutpaaren.
Dabei hatte es einst sehr düster für die Zukunft des
deutschen Wappentiers ausgesehen. Jahrhunderte lang wurden die
Adler mit Fallen und Flinten verfolgt. Viele wurden Opfer moderner
Umweltgifte oder verloren ihren Lebensraum. So wurden sie in Europa
Ende der 1960er Jahre an den Rand des Aussterbens gebracht.

© WWF/Thomas Neumann
Seeadlerhorst: Das deutsche
Wappentier brütete erfolgreich in den nördlichsten
Bundesländern.
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Heute leben rings um die Ostsee wieder mindestens 1900
Seeadlerpaare. Sie sind europaweit streng geschützt, die
Wilderei wird hart bestraft. Der Schutz ihrer Lebensräume
wurde erheblich verbessert, freut sich der WWF-Adlerexperte
Thomas Neumann. Neumann rief mit anderen Naturschützern 1968
in Schleswig-Holstein das erste WWF-Projekt für die Seeadler
ins Leben. Seither schirmen Förster und Vogelkundler besonders
gefährdete Brutplätze vor störenden Einflüssen
ab.
Der Ankauf von großen Wald- und Wasserflächen sichert
vielen Adlern ausreichende Jagdgründe und sorgt dafür,
dass die Brutpaare die nötige Ruhe für die Aufzucht
ihres Nachwuchses finden. Die Horstplätze sind durch die
EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Hinweistafeln machen
Spaziergänger und Erholungssuchende auf die Seeadler aufmerksam,
die von speziellen Schutzstationen aus sicherer Entfernung beobachtet
werden können.
Eine weitere positive Entwicklung, die auch den Menschen nützt,
wurde von Seeadlerschützern maßgeblich beeinflusst:
die Reduzierung von Umweltgiften. Am Beispiel des Seeadlers machten
Umweltschützer auf die Bedrohung durch Gifte aufmerksam.
In der Folge wurde bereits vor mehr als 30 Jahren das schwer abbaubare
Pestizid und Nahrungskettengift DDT verboten. Seither nahm die
Schadstoffbelastung ihrer Beutetiere und damit auch der Seeadler
selbst deutlich ab.
Seeadler sind auf ungestörte und bewaldete Seen-, Küsten-
und Flusslandschaften angewiesen. Dort können sie Jagd auf
Wasservögel und Fische machen und ihre Horste in den mächtigen
Kronen alter Bäume errichten. Fast die Hälfte aller
Seeadler Deutschlands brütet in Nationalparken und Naturschutzgebieten
- laut WWF ein Indiz dafür, dass die Ausweisung von Schutzzonen
maßgeblich zu ihrer Wiederansiedlung beiträgt.
Auch bei anderen in Deutschland heimischen Adlerarten gibt es
positive Entwicklungen: 2004 brüteten rund 460 Fischadler-
und 50 Steinadlerpaare. Der Bestand des kleineren Schreiadlers
stagniert allerdings bei zurzeit 120 Paaren, da dessen Lebensraum
- feuchte Laubwälder und naturnahe Wiesenlandschaften - in
Deutschland nach wie vor schrumpft.
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