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- 22.11.2004 -

 

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Bedrohliche Monotonie in der Landwirtschaft

Die Vielfalt in den Ställen und auf den Feldern nimmt stark ab, denn immer mehr Nutztiere und -pflanzen sterben aus.

(vv) - Die Vielfalt der genutzten Arten, Sorten und Rassen in der Landwirtschaft - die Agrobiodiversität - ist in Gefahr: Ställe, Weiden und Felder sind in den letzten Jahrzehnten immer monotoner geworden. Insgesamt basiert die Welternährung heute im Wesentlichen auf nur zehn Kulturpflanzen. Die Folge: Die Anfälligkeit für Missernten, Schädlinge und Krankheiten nimmt zu, die globale Ernährungssicherung ist zunehmend Risiken ausgesetzt. Das wissenschaftliche Verbundprojekt "Agrobiodiversität entwickeln!", das unter Federführung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) durchgeführt wurde, fragte nach den Ursachen und suchte nach Lösungswegen. Die Ergebnisse des Projektes sind jetzt in einer Broschüre erschienen.

Allein im Bereich der Nutztiere sind laut IÖW in den letzten hundert Jahren 1000 der 6400 anerkannten Rassen ausgestorben, 300 davon in den vergangenen 30 Jahren. Weitere 2000 Rassen seien gefährdet. Als eine Hauptursache für den Verlust von Agrobiodiversität gilt die weltweite Durchsetzung moderner Landwirtschaft mit Hochleistungssorten und -rassen, deren Ertragszuwachs zwar beeindruckend sei, deren Risiken aber nicht hinreichend berücksichtigt würden. Zudem wirkten Lebensmittelverarbeitung und Handel standardisierend auf die Landwirtschaft, so ein Ergebnis der Studie.

Doch Rassen- und Sortenverluste und die damit einhergehende Verringerung der genetischen Vielfalt sind irreversible Vorgänge. Mit dem Aussterben jeder Rasse und Sorte gehen Potenziale für die zukünftige Züchtungsarbeit verloren, warnt das IÖW. Die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen, noch unbekannte Tier- und Pflanzenkrankheiten, aber auch an neues Wissen über Ernährungserfordernisse nehme damit ab.

"Was wir dringend brauchen, ist eine konsequente Zusammenarbeit von Züchtern, Landwirten, Lebensmittelwirtschaft und Konsumenten. Nur so kann eine größere Diversität in der Landwirtschaft gewährleistet werden," fordert Projektleiter Ulrich Petschow. Eine Vielfalt an regionalen Anbaumethoden und Haltungsformen sei hier ebenso wichtig wie Kooperationen entlang der Lebensmittelkette, um die Nachfrage nach vielfältigen landwirtschaftlichen Produkten zu steigern. Und nicht zuletzt erfordere der Erhalt der Agrobiodiversität auch eine vielfältige Ernährungskultur, in der regionale Spezialitäten aus diversen Tierrassen und Pflanzensorten genossen werden.

 

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© National Geographic Deutschland

Das Leutstettener Pferd wurde von der der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen zur bedrohten Nutztierrasse des Jahres 2004 gewählt.

 

 Mehr Informationen:

Projekt Agrobiodiversität

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen

 

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