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- 11.11.2004 -

 

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Trotz Windenergie mehr Artenvielfalt

In Niedersachsen konnte nach dem Bau eines Windparks eine positive Entwicklung der Vogelbestände beobachtet werden.

(vv) - In der öffentlichen Diskussion ist immer wieder die Argumentation zu hören, dass die Nutzung der Windenergie Natur und Landschaft, insbesondere die Vogelwelt, grundsätzlich störe oder gar zerstöre. Die teilweise zur Veranschaulichung herangezogenen Beispiele belegen die Gefahren oft zutreffend. Doch es gibt auch andere Beobachtungen, teilte der Deutsche Naturschutzring (DNR) in seinem aktuellen Rundbrief mit. Der DNR will mit einem Projekt zur "umwelt- und naturverträglichen Windenergienutzung" einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion und zur Problemlösung leisten.

Im Wybelsumer Polder westlich der Stadt Emden wurde 1999/2000 ein Windpark mit 44 Windenergieanlagen errichtet. Die Planer waren davon ausgegangen, dass die Rast- und Brutvögel einen Bereich von 500 Metern um die Windkraftanlagen meiden und damit diese Flächen für Gänse und Watvögel erheblich an Bedeutung verlieren würden. Bei einem Vergleich des Vogelbestandes im Wybelsumer Polder fünf Jahre nach Errichtung des Windparks mit dem Bestand vor Errichtung zeigte sich nun, dass die Befürchtungen unbegründet waren.

Attraktivität für Gastvögel gestiegen

Von den 21 regelmäßig vorkommenden Gastvogelarten kommen drei Arten mit lokaler Bedeutung nach Errichtung des Windparks in geringeren Beständen vor. Bei acht Arten sind die Bestandszahlen in ihrer Bedeutung gleich geblieben. Zehn Arten haben bedeutendere Bestände erreicht als vor der Errichtung des Windparks. Nach Einschätzung der niedersächsischen Fachbehörde für Naturschutz ist der Wybelsumer Polder in seiner Bedeutung für die Gastvögel gestiegen und hat nunmehr internationale Bedeutung.

Vögel werden kaum gestört

Die Ackerflächen des Polders haben eine nur geringe Bedeutung für Brutvögel. Dort kamen nur wenige Kiebitzpaare vor. Mit der Errichtung des Windparks wurde schwerer Boden für den Deichbau unmittelbarer neben Windrädern abgegraben, die Flächen wurden für den Naturschutz hergerichtet. Bereits im ersten Jahr brüteten dort viele unterschiedliche Arten. Eine dreijährige Erfassung des Brutbestandes weist eine nationale Bedeutung dieses Brutgebietes nach. Offensichtlich orientieren sich die Vögel vor allem an der Eignung der Brutplätze und lassen sich durch die Windräder nicht oder nur gering stören.

Vogelbestand positv entwickelt

Insgesamt sei festzustellen, dass sich der Vögelbestand im Wybelsumer Polder trotz des Windparks positiv entwickelt habe, heißt es in der Mitteilung weiter. Selbst wenn die Vögel bestimmte Bereiche um die einzelnen Anlagen mieden, so habe der gesamte Bereich dennoch an Wert gewonnen. Die Beobachtungen im Wybelsumer Polder decken sich laut DNR mit der Mehrzahl der heute vorliegenden Untersuchungen. Die Vogelwelt wird offensichtlich nicht generell durch Windenergieanlagen vertrieben oder gestört.

Dennoch seien in einigen Fällen Beeinträchtigungen bestimmter Arten und bestimmter Lebensstätten in bestimmten Räumen festzustellen. Aus solchen Einzelfällen eine grundsätzliche Störung der Vogelwelt abzuleiten, sei aber nicht nur sachlich falsch, sondern behindere eine problemorientierte Betrachtung und zielgerichtete Lösungen. Solche Lösungen seien aber notwendig, um die wirklichen Beeinträchtigungen zukünftig vermeiden zu können.

 

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 Mehr Informationen:

Deutscher Naturschutzring

 

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