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- 12.11.2004 -

 

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Überfischung dezimiert Landtiere

Die Überfischung der Meere verstärkt in einigen Staaten Afrikas die Jagd auf Wildtiere. EU-Subventionen für Fischereiflotten fördern so indirekt den Handel mit Bushmeat.

(jkm) - Die Überfischung eines Meeresgebiets verstärkt in den Anrainerstaaten die Jagd auf Landsäuger. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science". Subventionen für Fischereiflotten fördern demnach indirekt die Jagd nach und den Handel mit Bushmeat - Fleisch von Wildtieren, die häufig ohnehin schon in ihrem Bestand gefährdet sind.

"Wenn Menschen ihren Proteinbedarf nicht mit Fisch decken können, suchen sie ihre Ernährung und ihr wirtschaftliches Überleben auf andere Weise zu gewährleisten", formuliert Justin Brashares von der University of Cambridge und der University of California, Berkeley. "Unglücklicherweise lässt der Effekt auf die Beutearten nicht lange auf sich warten."

Brashares und seine Kollegen analysierten Daten, die über 30 Jahre in Naturschutzgebieten und auf Märkten im westafrikanischen Küstenstaat Ghana gesammelt worden waren, sowie Fischfang-Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Für 41 Tierarten - von Büffeln über Affen bis hin zu Elefanten und Löwen - ermittelte die Gruppe einen Rückgang der Bestände um insgesamt 76 Prozent. Besonders stark war der Druck auf die Tiere in Jahren, in denen wenig Fisch auf den lokalen Märkten angeboten wurde.

Indem der Fisch immer teurer wurde, trafen die Parkaufseher häufiger auf Wilderer, gleichzeitig wurde auf den Märkten mehr Bushmeat angeboten. "Es sind die Belege für jedes einzelne Glied in dieser Kette, die das Gesamtbild so überzeugend machen", sagt Brashares Kollege Andrew Balmford. Das gelte umso mehr, als der Zusammenhang auch nach Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Wetter und Ölpreis sichtbar gewesen sei.

Vorsichtige Schätzungen bezifferten den Bushmeat-Handel Ghanas auf mindestens 400.000 Tonnen Fleisch pro Jahr, so Brashares. Einen treibenden Faktor sehen der Forscher und seine Kollegen in den vor Westafrika operierenden Fischereiflotten, die nicht zuletzt dank Subventionen der Europäischen Union Gewinne einführen.

Durch ein Umdenken in der EU-Subventionspolitik könne dieses Problem zwar nicht vollständig gelöst, dafür jedoch relativ schnell gemildert werden, so der Forscher. "Andere Maßnahmen, etwa der Aufbau einer nachhaltigen Vieh- und Feldwirtschaft, sind ebenfalls unabdingbar, benötigen jedoch Jahrzehnte für die Umsetzung. Ich fürchte, diese Zeit haben wir nicht."

 

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© Justin S. Brashares

Ghanaischer Wildhüter mit einem Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus), der von Wilderern getötet wurde.

 

 Mehr Informationen:

University of California, Berkeley

Bushmeat-Kampagne

 

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