Raupenplage nach El Niño
Häufigere El Niños, eine mögliche
Folge der globalen Erwärmung, können zu Raupenplagen
und damit zu beträchtlichen Schäden in mittelamerikanischen
Wäldern führen.
(jkm) - Extreme Ausschläge der pazifischen Klimaschaukel
können zu beträchtlichen Schäden in mittelamerikanischen
Wäldern führen. Diese Ansicht vertreten amerikanische
Biologen im "Journal of Tropical Ecology". Nach einem
starken El Niño in den Jahren 1997/98 beobachteten sie
an der Pazifikküste Panamas ein massenhaftes Auftreten hungriger
Schmetterlingsraupen.
Sunshine van Bael und ihre Kolleginnen vom Smithsonian Tropical
Research Institute in Balboa nutzen seit geraumer Zeit einen Kran,
um das Treiben im Blätterdach eines laubwerfenden Tiefland-Regenwaldes
zu verfolgen. "Trotzdem bemerkten wir den Ausbruch erst,
als sich der Kranführer über den Insektenkot auf seinem
PKW beklagte", so die Forscherin.
Nähere Untersuchungen zeigten, dass Raupen von einem Dutzend
Schmetterlingsarten in ungewöhnlich großer Zahl auftraten.
Die Tiere fraßen fünfmal mehr Blattmaterial als in
den Vorjahren. Und da sie auf eine oder wenige Wirtsarten spezialisiert
sind, büßten einige Baumarten im Schnitt bis zu einem
Drittel ihres Blattwerks ein, während andere kaum in Mitleidenschaft
gezogen wurden. Häufigere El Niños, wie sie als Folge
der globalen Erwärmung diskutiert würden, könnten
auf diese Weise die Artenzusammensetzung in den Wäldern verändern,
so van Bael.
Ähnliche Raupenplagen beobachteten die Forscherinnen auch
in anderen Wäldern an der Pazifikküste Panamas, nicht
jedoch an der Atlantikküste. Die Ursache sehen sie daher
in den ungewöhnlich geringen Niederschlagsmengen während
des El-Niño-Ereignisses. Wahrscheinlich habe die Trockenheit
sowohl die natürlichen Feinde der Raupen als auch die Widerstandskraft
der Bäume beeinträchtigt. Letztlich hätten Vögel,
Schlupfwespen und Raupenkrankheiten die Lage binnen fünf
bis sechs Wochen wieder unter Kontrolle gebracht.
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