Ein Drittel aller Amphibien-Arten gefährdet
Jede dritte Amphibienart ist vom Aussterben
bedroht. Das ergab die bislang größte Untersuchung
dieser Tierarten.
(jkm) - Ein dramatisches Bild zeichnet die erste Erfassung des
globalen Amphibiensterbens. Fast ein Drittel aller bekannten Amphibienarten
ist demnach in ihrem Bestand gefährdet, berichtet eine internationale
Forschergruppe im Magazin "Science". Über ein weiteres
Drittel gibt es nicht ausreichend Daten, um den Status einschätzen
zu können.
Frösche, Kröten, Salamander und andere Amphibien sind
stärker gefährdet als beispielsweise Vögel oder
Säugetiere, haben Simon Stuart von der Naturschutzorganisation
IUCN-World Conservation Union und seine Kollegen ermittelt. "Der
rapide Rückgang zeigt uns, dass eines der bedeutendsten Lebenserhaltungs-Systeme
der Erde versagt," so der Forscher. Amphibien mit ihrer dünnen
Haut seien besonders anfällig für Störungen der
Umwelt und könnten daher als eine Art Frühwarnsystem
dienen.

© Robert Puschendorf
Der Rückgang der Harlekinfrösche
(Atelopus varius) in Costa Rica and Panama ist dramatisch.
Forscher vermuten die Ursache in Pilzkrankheiten in Verbindung
mit Klimaveränderungen.
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Ein Drittel aller Amphibien-Arten gefährdet
Ende der 80er-Jahre bemerkten Herpetologen erstmals einen Rückgang
der Amphibienbestände in zahlreichen Regionen der Welt. Im
Rahmen des "Global Amphibian Assessment" analysierten
Stuart und seine Kollegen nun Daten, die ihnen 500 Wissenschaftler
aus 60 Ländern zur Verfügung gestellt hatten. Fast 2.500
der 5.743 bekannten Amphibienarten erfahren demnach einen Rückgang
ihrer Bestände, 1.856 Arten (32 Prozent) müssen mindestens
als gefährdet ("vulnerable") eingestuft werden.

© David Moyer - Wildlife
Conservation Society
Nectophrynoides viviparus ist in Tansania
vor allem durch die Zerstörung der Wälder gefährdet.
Er zählt zu den wenigen lebendgebärenden Froscharten.
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Klimaveränderungen und Krankheitserreger
Seit 1980 sind mit hoher Wahrscheinlichkeit neun Arten ausgestorben,
weitere 113 wurden seitdem nicht mehr in freier Wildbahn gesichtet
und sind möglicherweise ebenfalls verschwunden. Die Gründe
für den weltweiten Rückgang sind unterschiedlich: Insbesondere
in Nord- und Südamerika und in Australien werden viele Populationen
von einem Pilz dezimiert. Neueste Forschungsergebnisse deuten
darauf hin, dass Klimaveränderungen dem Krankheitserreger
Tür und Tor geöffnet haben.
In Europa scheinen dagegen Zerstörungen der Amphibien-Lebensräume
die Hauptrolle zu spielen, während in Südostasien viele
Tiere im Kochtopf enden oder zu Heilmitteln verarbeitet werden.
"Wir wussten bereits, dass die Amphibien in Schwierigkeiten
stecken", so Stuarts Kollege Bruce Young, "aber diese
Einschätzung lässt nun keinerlei Zweifel mehr am Maßstab
des Problems."
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