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- 12.10.2004 -

 

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Klimaschutz auf Kosten der Artenvielfalt?

Aspekte der Biodiversität sollten bei Klimaschutzmaßnahmen unbedingt berücksichtigt werden, mahnt das Umweltbundesamt.

(vv) - Die vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre eingebrachten Treibhausgase führen zu weltweiten Klimaänderungen. Die internationale Umweltpolitik reagiert darauf mit Maßnahmen, die zwar das Klima schützen, dabei jedoch die biologische Vielfalt (Biodiversität) gefährden können. Das kann auch zum Rückgang der Artenvielfalt führen. Um solche Konflikte und später anfallende hohe Regenerationskosten zu vermeiden, hat das Umweltbundesamt (UBA) jetzt einen Praxisleitfaden veröffentlicht. Dieser soll helfen, Biodiversitätsaspekte rechtzeitig und umfassend bei der Planung von Klimaschutzmaßnahmen zu berücksichtigen.

Die prognostizierten Konsequenzen der Klimaänderungen für Mensch und Umwelt werden von Region zu Region unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise wird es in einigen Gegenden voraussichtlich weniger, in anderen eher mehr Niederschläge geben. Die Temperaturen steigen an, die Zahl der Dürren und Hochwasserereignisse nehmen eher zu. Das verändert auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen - die Vielfalt der Lebewesen genauso wie die Stoff- und Energiekreisläufe. Klimaschutzmaßnahmen sind also dringend notwendig.

"Einige Projekte stellen eine ernste Gefahr für die biologische Vielfalt dar - zum Beispiel das Aufforsten mit schnellwachsenden gebietsfremden oder gentechnisch veränderten Baumarten oder der Aufstau natürlicher Gewässer zur Energienutzung", so Andreas Troge, Präsident des UBA. Vom Erhalt oder der Wiederherstellung der standorttypischen Artenvielfalt würde der Klimaschutz dagegen profitieren: Artenreiche, am natürlichen Standort regulär vorkommende Wälder speichern auf Dauer mehr Kohlenstoff. Sie sind gegenüber Störungen wesentlich stabiler. Bei Monokulturen kann ein Schädlingsbefall die gesamte Anpflanzung vernichten. Intakte Ökosysteme erbringen hingegen wertvolle Dienstleistungen: Durch das Speichern von Kohlenstoff und das Regulieren des Wasser- sowie des Energiehaushalts können sie bedeutend zum Klimaschutz beitragen.

 

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 Mehr Informationen:

Umweltbundesamt

 

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