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- 06.10.2004 -

 

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Handel mit Heilpflanzen stärker kontrollieren

Umweltorganisationen fordern stärkere Handelskontrollen für Heilpflanzen. Im Geschäft mit den "Mauerblümchen des Artenschutzes" geht es um Milliarden.

(vv) - Auf der Artenschutzkonferenz in Bangkok setzt sich die Umweltorganisation WWF für den Schutz von Eiben der Gattung Taxus ein. Diese liefern einen Wirkstoff zur Krebsbekämpfung. "Häufig gefährdet der enorme Bedarf für Medizin, Kosmetika oder Tees die Bestände dieser Mauerblümchen des Artenschutzes", erklärte WWF-Artenschützer Volker Homes. Im vergangenen Jahr gingen laut WWF allein in Deutschlands Apotheken pflanzliche Heilmittel im Wert von zwei Milliarden Euro über die Ladentheke.

Etwa 4.000 Heilpflanzenarten sind laut Experten der Weltnaturschutzunion IUCN bereits gefährdet. Neben Lebensraumverlust zählt der unregulierte internationale Handel zu den größten Bedrohungen. Bisher unterliegen erst knapp 300 Heilpflanzenarten den Handelskontrollen des CITES-Abkommens. Den Löwenanteil machen 220 Orchideenarten aus. "Medizin und Artenschutz müssen Hand in Hand gehen. CITES ist ein wichtiges Instrument, um die nachhaltige Nutzung von Heilpflanzen sicherzustellen", betonte Homes.

Krebsmittel aus asiatischen Eiben

Ein Opfer der medizinischen Nutzung sind die asiatischen Eibenarten: Aus ihren Extrakten wird das Krebsmittel Paclitaxel gewonnen - der weltweit am meisten gehandelte Wirkstoff gegen Krebs. Um die nötige Menge für eine einzige Behandlung zu gewinnen, müssen laut WWF etwa acht Eiben gefällt werden. Prognosen zeigten, dass der Bedarf in den nächsten zwanzig Jahren auf bis zu einer Million Bäume pro Jahr ansteigen könne. Schon heute litten die nur langsam wachsenden Taxus-Arten an ihrer Übernutzung. Bisher genießt nur die Himalaya-Eibe den Schutz des CITES-Abkommens. China und die USA beantragen in Bangkok Handelskontrollen für weitere Eibenarten und verbesserte Schutzbestimmungen. Der WWF unterstützt diese Anträge.

Kaktus als Appetitzügler

Ebenso begrüßte der WWF die Initiative Botswanas, Namibias und Südafrikas, den Handel mit der Hoodia-Pflanze zu reglementieren. Hoodia wächst in der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika und wird als Appetitzügler vermarktet. Ein Pharmakonzern bereite die groß angelegte Nutzung der Bestände vor. "Ohne Handelskontrollen droht der Hoodia-Pflanze durch die bevorstehende industrielle Ausbeutung ein schnelles Ende", fürchtet Homes.

 

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© WWF/Frank Barsch

Hoodia-Kaktus
(Hoodia gordonii)

 

 Mehr Informationen:

CITES

WWF: Heilpflanzen (pdf)

 

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