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- 05.10.2004 -

 

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Verbot der Tiefseefischerei gefordert

Naturschutzorganisationen fordern die UN auf, die Schleppnetzfischerei auf Hoher See zu verbieten. Einzigartige Unterwasser-Ökosysteme würden sonst unwiederbringlich zerstört.

(vv) - Jährlich wird eine Bodenfläche doppelt so groß wie die USA von Schleppnetzen, die über den Meeresgrund gezogen werden, durchpflügt. Die Grundschleppnetzfischerei auf hoher See zerstört unwiederbringlich einzigartige Unterwasser-Ökosysteme, warnt die Umweltorganisation Greenpeace. Gemeinsam mit 25 weiteren Naturschutzorganisationen forderte Greenpeace daher am Dienstag die UN-Generalversammlung auf, sich für ein Moratorium für die Tiefseefischerei auszusprechen. Die Vereinten Nationen starten in dieser Woche Verhandlungen zu Meeresthemen.

Ozeanische Tiefseeberge ("Seamounts") sind laut Greenpeace die am wenigsten erforschten Gebiete unseres Planeten. Mindestens 1000 Meter erheben sich die Tiefseeberge vom Meeresboden. An ihnen leben viele seltene Arten, unter anderem Granatbarsche, Kaltwasserkorallen und Tiefseekalmare.

"Die Verwüstungen, die die Trawler mit ihren Schleppnetzen an den 'Seamounts' anrichten, sind vergleichbar mit dem Kahlschlag in den Regenwäldern. Hier werden die letzten Schatzkammern der Meere vernichtet. Binnen Minuten zerstören die Fischer die gerade erst entdeckten Tiefsee-Korallen, die in Jahrtausenden völlig ungestört herangewachsen sind", sagte Thomas Henningsen, Meeresexperte von Greenpeace in Hamburg.

 


© JAGO Team, Seewiesen

Tief- oder Kaltwasserkorallen (hier: Anthothela grandiflora) kommen nach einer neuen UN-Studie in praktisch allen Meeren vor.

 

Tiefseefischerei wirtschaftlich nicht von Bedeutung

Auf der Jagd nach Fisch durchpflügten die Fangflotten den Meeresboden mit Schleppnetzen, die durch moderne Technik bis zu 1500 Meter tief über den Grund gezogen würden. Dabei sei ihr Einsatz auf Hoher See rein wirtschaftlich gesehen nicht von Bedeutung, meint Greenpeace. Der Anteil der Tiefseefischerei mit Grundschleppnetzen betrage weniger als ein Prozent am weltweiten Fischfang. Doch der Schaden, den sie anrichte, sei unabsehbar, denn "Seamounts" beherbergten aussergewöhnliche Lebensformen.

Von den ca. 3,1 Millionen Fischereischiffen weltweit fangen laut Greenpeace nur wenige hundert Fischtrawler in der Tiefsee. Nur 11 Industrienationen seien beteiligt, Nicht-Industrieländer seien aufgrund der hohen technologischen Anforderungen an der Fischerei in der Tiefsee fast unbeteiligt. 60 Prozent aller Fänge machten EU-Fischtrawler.

 

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 Mehr Informationen:

Greenpeace

Seamounts - die Oasen der Ozeane

Tiefwasser-Riffe

 

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