vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r  &  A r t e n s c h u t z


- 04.10.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Erstmals Nashorn künstlich befruchtet

Hoffnung für eine der seltensten Tierarten der Erde: Erstmals ist Wissenschaftlern die künstliche Befruchtung eines Nashorns gelungen.

(vv) - Erstmals weltweit ist es gelungen, ein Nashorn künstlich zu befruchten. Die 24-jährige Nashornkuh Lulu aus dem Budapester Zoo ist im 5. Monat trächtig, teilte das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mit. Wissenschaftler des Instituts hatten eigens für die Tiere ein spezielles Verfahren zur künstlichen Befruchtung entwickelt.

Die gelungene Besamung könnte einen Beitrag zur Rettung für eine der seltensten Tierarten der Erde bedeuten. Vom Nördlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum cottoni) leben nach letzten Zählungen nur noch 32 Tiere weltweit, 10 davon in Zoos, die anderen im Norden des Kongos an der Grenze zu Sudan. Dort wurden kürzlich 8 von vorher 30 Nördlichen Breitmaulnashörnern wegen ihrer Hörner von Wilderern abgeschlachtet.

 


© Victor Molnar

Lulu (hinten) und der zukünftige Vater Easyboy

 

Im Gegensatz zu anderen Rhinozerosarten pflanzen sich Breitmaulnashörner in Gefangenschaft kaum fort. Die Paarungsunlust hat für die Geschlechtsorgane der weiblichen Tiere gravierende Folgen. Werden die Tiere nicht schwanger, so degeneriert die Gebärmutter und die Menopause setzt viele Jahre früher ein als normal. Dies ist bereits bei vier der sechs weiblichen Nördlichen Breitmaulnashörnern in Gefangenschaft der Fall. Diese Kühe sind für die Arterhaltung verloren.

Alle Hoffnungen ruhen daher auf der einen noch geschlechtsreifen Kuh im Zoo von Dvur Kralové (Tschechien). Najin, so ihr Name, hat vor vier Jahren sogar ein Kalb zur Welt gebracht, das auf natürlichem Weg gezeugt worden war. Doch seither wurde sie nicht mehr trächtig. So droht ihr das selbe Schicksal wie ihren fünf Artgenossinnen in Gefangenschaft - außer, es gelingt eine künstliche Besamung wie bei Lulu.

Lulu gehört zwar zur Unterart der Südlichen Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum simum), von denen im südlichen Afrika rund 11.000 Tiere leben. Doch hoffen die Berliner IZW-Wissenschaftler, dass ihr Befruchtungsverfahren auch bei der nördlichen Unterart funktioniert. Da auch die Zahl der Südlichen Breitmaulnashörner zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf nur mehr 100 Tiere geschrumpft war und die Population mittlerweile wieder stabil ist, hoffen die Forscher, dass es auch für das Nördliche Breitmaulnashorn noch nicht zu spät ist. Ihr neues Verfahren zur künstlichen Befruchtung könnte sich als letzte Chance erweisen.

 

 Seite druckenSeite drucken

 Mehr Informationen:

IZW

Das Breitmaulnashorn

 

 Lesen Sie auch:

Mehr Nashörner in Afrika

Menschliche Embryonen aus tiefgefrorenen Eierstöcken

WWF: Lage für asiatische Nashörner dramatisch

Nashörner: Gemeinsam auf Entdeckungsreise

Große Pandas: Die meisten sind unfruchtbar

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung