Besserer Schutz für Wale und Elefanten
Die Internationale Artenschutzkonferenz in Bangkok
beginnt: Vertreter aus mehr als 160 Staaten werden über die
Zukunft bedrohter Tier- und Pflanzenarten entscheiden.
(vv) - Für einen gerechten Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen
Interessen und dem Artenschutz hat sich Bundesumweltminister Jürgen
Trittin unmittelbar vor der am Samstag in Bangkok beginnenden
Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen
(WA, englisch CITES) ausgesprochen. "Aus deutscher Sicht
ist es eine Kernfrage der diesjährigen Konferenz, ob es gelingen
wird, im Rahmen von CITES weitere kommerziell genutzte Fischarten
zu schützen", sagte Trittin. Zugleich gehe es darum,
Versuche Japans abzuwehren, den Walfang wieder zu ermöglichen.
CITES ist eines der wichtigsten internationalen Schutzabkommen
für bedrohte Tiere und Pflanzen; es schützt diese speziell
vor den Gefahren durch den internationalen Handel. Durch das Übereinkommen,
dem weltweit mittlerweile 160 Vertragstaaten beigetreten sind,
werden heute rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten geschützt.
Weißer Hai und Gelbhaubenkakadu
Zur Diskussion stehen in Bangkok unter anderem Anträge auf
Unterschutzstellung des Napoleonlippfisches, des Weißen
Hais und der Dattelmuschel. Darüber hinaus betreffen zwei
Resolutionsanträge das Zusammenspiel von Fischereimaßnahmen
und der CITES-Listung von Fischarten.
Auf der bis zum 14. Oktober dauernden Artenschutzkonferenz wird
aber nicht nur über Fische diskutiert werden: Der Konferenz
liegen knapp 60 Anträge auf Änderung des internationalen
Schutzstatus von durch den Handel bedrohten Tier- und Pflanzenarten
vor. Deutschland setzt sich besonders für die Unterschutzstellung
des Gelbhaubenkakadus ein.
Japan will mehr Wale fangen
Darüber hinaus stehen vor allem wieder Wale und Elefanten
im Blickfeld der Delegierten. Japan hat erneut beantragt, Zwergwale
der nördlichen Hemisphäre aus dem strengsten Schutz
des Übereinkommens in eine geringere Schutzkategorie herabzustufen,
um international wieder Walfleisch vermarkten zu können.
"Erfreulicherweise sind sich alle EU-Staaten einig, diesen
Vorschlag abzulehnen. Durch eine solche Herabstufung würde
nämlich das bestehende Walfangmoratorium der Internationalen
Walfangkonvention (IWC) unterlaufen", sagte Trittin und appellierte
an die Vertragsstaaten, den Antrag Japans abzulehnen, um damit
den bisherigen strengen Schutz der betroffenen Walarten zu sichern.
Kontroverse um Elfenbeinhandel
Bereits bei früheren CITES-Konferenzen war die Herabstufung
der Elefantenpopulationen von Botsuana, Namibia, Südafrika
und Simbabwe beschlossen worden, um den Elfenbeinhandel in festgelegtem,
streng kontrolliertem Umfang zu ermöglichen. Die dafür
festgelegten Voraussetzungen sind noch nicht erfüllt. Namibia
und Südafrika haben nun zusätzlich beantragt, den Handel
mit Häuten und Lederprodukten zu kommerziellen Zwecken zuzulassen.
Südafrika beantragt darüber hinaus die Erlaubnis, Elfenbeinschnitzereien
zu kommerziellen Zwecken exportieren zu dürfen. Bislang war
dies auf nicht kommerzielle Transaktionen beschränkt.
Demgegenüber fordert Kenia die Wiederherstellung des absoluten
Handelsverbotes für alle Elefantenpopulationen, um Missbrauch
des jetzt noch begrenzt erlaubten Elfenbeinhandels auszuschließen
und der vermehrt auftretenden Wilderei nicht weiter Vorschub zu
leisten. Die EU werde in Bangkok geschlossen gegen die Lockerung
des Elfenbeinhandels auftreten, so Trittin. "Wir wollen -
gemeinsam mit Frankreich - für eine EU-Verhandlungsposition
kämpfen, der Forderung Kenias entgegenzukommen und ein zumindest
fünf Jahre geltendes Handelsverbot zu beschließen",
sagte der Umweltminister.
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