Uhu ist Vogel des Jahres 2005
Der Uhu ist der Vogel des Jahres 2005. Seine
Rettung in Deutschland gilt als Erfolgsgeschichte des Artenschutzes.
(vv) - Der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für
Vogelschutz in Bayern haben am Freitag in Berlin den Uhu zum "Vogel
des Jahres 2005" gekürt. Der Uhu stehe für einen
der ganz großen Erfolge des Artenschutzes, sagte NABU-Vizepräsident
Helmut Opitz. Die hierzulande fast ausgerottete größte
europäische Eule komme dank gezielter Hilfsprogramme heute
wieder bundesweit vor. Trotz der vielerorts stabilen Bestände
sei die Population dieses nachtaktiven Greifvogels allerdings
regional rückläufig, ohne dass die Ursachen hierfür
bekannt seien. Auch wenn sich das Blatt insgesamt gewendet habe,
sei der Uhu bis heute besonders schutzbedürftig.
Auffälliger Balzruf
Der massige Körper, sein großer Kopf und die bis zu
1,80 Meter Flügelspannweite machen den Uhu zum unverwechselbaren
"König der Nacht". Trotz seiner imposanten Größe
sorgt sein hell- und dunkelbraun gemustertes Federkleid im Wald
für eine perfekte Tarnung. Obwohl die meisten Menschen die
große Eule aufgrund ihrer gut getarnten, nächtlichen
Lebensweise selten zu Gesicht bekommen, dürfte ihnen der
auffällige Balzruf bekannt sein. Der weittragende "Buhoo-Ruf"
hat ihr den deutschen Namen Uhu wie auch die wissenschaftliche
Bezeichnung Bubo bubo eingebracht.
Vogel der Felsenlandschaft
Der europäische Uhu brütet überwiegend in Felsen
und Steinbrüchen. Sein Brutareal reicht von Südwesteuropa
und Nordafrika über den europäischen Kontinent ostwärts
bis nach Sibirien, Südindien und Südchina. In Deutschland
leben derzeit etwa 850 Uhupaare. Verbreitungsschwerpunkte sind
die Mittelgebirge Süd- und Westdeutschlands, die Alpen und
Schleswig-Holstein.
Nach dem Wanderfalken, dem erstmalig 1971 gewählten Vogel
des Jahres, fällt die Wahl zum zweiten Mal auf eine Art der
Felsenlandschaft. "Mit der Wahl des Uhus wollen wir auf die
Schutzbedürftigkeit des gesamten Felsenlebensraumes und seiner
mitunter kaum bekannten Bewohner aufmerksam machen", so Opitz.
Erfolgsgeschichte des Artenschutzes
Noch ist der Uhubestand in Deutschland von der Fortführung
intensiver Schutzmaßnahmen abhängig. Heute zählen
die Verluste durch Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten,
Störungen an den Brutplätzen und der Verlust von Lebensräumen
in Steinbrüchen zu den wichtigsten Gefährdungen. Die
"Erfolgsgeschichte Uhu" sei für NABU und LBV ein
großer Ansporn, sich weiter für den Schutz bedrohter
Arten und Lebensräume einzusetzen, sagte Opitz.
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