vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r  &  A r t e n s c h u t z


- 01.10.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Forscher fordern Hilfe für Geier

Das dramatische Geiersterben in Südasien wird durch ein Arzneimittel in Tierkadavern ausgelöst. Ökologen mahnen Aufzuchtstationen an.

(jkm) - Die Einrichtung von Geier-Aufzuchtstationen in Südasien mahnt eine internationale Ökologengruppe an. Laut den Forschern stimmen ihre Modellrechnungen mit der Hypothese überein, dass das dramatische Geiersterben in Südasien durch ein Arzneimittel in Tierkadavern ausgelöst wird. Da man die Verwendung des Medikaments nicht von heute auf morgen unterbinden könne, müsse man auf andere Weise gegensteuern.

Anfang der 90er-Jahre begann auf dem indischen Subkontinent ein dramatischer Rückgang mehrerer Geierarten. So sind etwa die Bestände des Bengalengeiers binnen zehn Jahren um 99 Prozent eingebrochen - eine auch aus kulturellen, religiösen und nicht zuletzt hygienischen Gründen bedenkliche Entwicklung. Anfangs wurde die Ursache in einem Virus vermutet. Dann fand man jedoch, dass die Vögel an Nierenversagen eingehen, wenn sie Kadaver von Rindern gefressen haben, die mit dem Entzündungshemmer Diclofenac behandelt worden sind.

Die Forscher um Rhys Green von der Royal Society for the Protection of Birds und der University of Cambridge führten nun Modellrechnungen durch, um mehr über die Rolle des Medikaments zu erfahren. Wie sie im "Journal of Applied Ecology" berichten, kann der dramatische Rückgang der Geierpopulationen in Indien, Pakistan und Nepal erklärt werden, wenn nur ein Prozent der Rinder Rückstände des Medikaments aufweisen. "Unsere Studie spricht dafür, dass die Diclofenac-Vergiftung der wichtigste - und vielleicht der einzige - Grund für das Geiersterben ist", sagt Green.

 


© Munir Virani/Peregrine Fund

Indische Geier (Gyps indicus)

 

Einrichtung von Aufzuchtstationen nötig

Rinder mit Diclofenac zu behandeln, sei in Indien und anderen Staaten gängige Praxis, erläutert Asad Rahmani von der Bombay Natural History Society. "Es wird nicht leicht sein, Diclofenac aus der Umwelt zu entfernen, bis für Geier unbedenkliche Wirkstoffe zur Verfügung stehen." Umso dringender sei es, Aufzuchtstationen zur Stützung der Bestände einzurichten. Green und Kollegen schätzen, dass mindestens sechs solcher Einrichtungen nötig sind, um den Bengalengeier und zwei weitere Geierarten vor dem Aussterben zu bewahren.

 

 Seite druckenSeite drucken

 Mehr Informationen:

Royal Society for the Protection of Birds

The Peregrine Fund: Asian Vulture Population Project

Vulture Rescue

Geier

 

 Lesen Sie auch:

Südasien: Geiersterben durch Entzündungs- hemmer verursacht?

Studie: Antidepressiva stören Entwicklung von Wasserbewohnern

Kalifornien: Kondor- Küken schlüpft in Freiheit

Rückstände: Medikamente belasten Gewässer

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung