Erste gesamtdeutsche Waldinventur
Deutschlands Holzreichtum bietet nach Ansicht
der Bundesregierung ein großes, aber nicht ausreichend genutztes
wirtschaftliches Potenzial.
(vv) - Der Bundesverbraucherministerium gab am Donnerstag in
Berlin die Ergebnisse der ersten gesamtdeutschen Bundeswaldinventur
bekannt und zog dabei eine positive Bilanz. "Mit 3,4 Milliarden
Kubikmetern Holzvorrat liegt der deutsche Wald in Europa mit an
der Spitzen. Es ist unser Ziel, dieses Potential mit der "Charta
für Holz" gemeinsam mit der beteiligten Wirtschaft zu
nutzen und den Holzabsatz zu steigern. Hierzu müssen wir
die ökologischen Probleme des Waldes erfolgreich angehen",
sagte Matthias Berninger, Staatssekretär im Verbraucherministerium.
Der Holzzuwachs in den alten Ländern liegt mit 12 Kubikmetern
pro Hektar und Jahr über den bisherigen Annahmen. Damit wächst
dort in der Sekunde ein Würfel von 1,44 m Kantenlänge.
Der Zuwachs wurde in den vergangenen 15 Jahren nur zu etwa drei
Viertel genutzt. Berninger appellierte deshalb an die Verbraucher,
mehr heimisches Holz zu nutzen.
Mehr Buchen, weniger Fichten
Seit der ersten Bundeswaldinventur 1987 hat sich der Wald in
seiner Zusammensetzung deutlich verändert: So hat der Anteil
der Laubbäume, insbesondere Buchen, zugenommen. Gleichzeitig
nahm der Anteil der Nadelbäume, insbesondere der Fichten,
ab. Berninger begrüßte diese Entwicklung: Nur ein nachhaltig
bewirtschafteter Mischwald biete Schutz vor zu starken Käferbefall
und diene der Reduzierung des Klimawandel, dessen negative Wirkung
im Wald bereits zu beobachten sei. Klimawandel und die damit verbundenen
Witterungsextreme mit Stürmen und Massenvermehrung von Borkenkäfern
und anderen Forstschädlingen seien ein unkalkulierbares Risiko.
Es sei damit zu rechnen, dass die Trockenheit des vergangenen
Jahres dem Wald stark zugesetzt habe.
Das Ministerium und die Forschungsanstalt für Forst- und
Holzwirtschaft haben 2001 und 2002 die Daten für die Bundeswaldinventur
erhoben. Sie soll einen Überblick über die großräumigen
Waldverhältnisse und forstliche Produktionsmöglichkeiten
in der Bundesrepublik geben.
Seite
drucken
|