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- 28.09.2004 -

 

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Löwen in Afrika bedroht

Löwen sind in vielen Ländern Afrikas stark gefährdet oder bereits ausgerottet. Artenschützer fordern jetzt einen strengeren Schutz für den "König der Tiere".

(vv) - Um den "König der Tiere" ist es schlecht bestellt: Ehemals über fast ganz Afrika verbreitet, gibt es nach einer aktuellen Studie nur noch 23.000 Löwen. "Vor allem in West- und Zentralafrika sind die Bestände extrem gefährdet. In Gabun, Lesotho, Liberia, Togo, Sierra Leone und anderen Ländern ist der Löwe sogar bereits ausgerottet", warnte die Biologin Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife in München. Sie appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, bei der am Samstag in Thailand beginnenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, einen Antrag Kenias zu unterstützen, den Afrikanischen Löwen unter höchsten Schutz zu stellen.

Neben Lebensraumzerstörung und eingeschleppten Krankheiten mache der imposanten Großkatze vor allem die Trophäenjagd zu schaffen. Trophäenjäger aus Europa und den USA zahlten bis zu 4.000 Euro für den noch immer legalen Abschuss eines Mähnenträgers und trügen direkt zum Niedergang des Löwen bei, sagte Freyer.

Nur noch 23.000 Löwen in Afrika

Seit den 50er Jahren korrigieren Wissenschaftler den Bestand des Afrikanischen Löwen permanent nach unten: Bei einer Untersuchung aus dem Jahr 1996 wurde der Gesamtbestand noch auf 30 - 100.000 Tiere geschätzt. Eine aktuelle Studie geht sogar nur noch von 23.000 Löwen aus, mit maximal 10.000 erwachsenen Tieren. Löwen sind laut Pro Wildlife zudem in 89 lokale Populationen zersplittert. Vor allem in West- und Zentralafrika seien die Bestände klein, voneinander isoliert und stark rückgängig.

Bedrohung durch Trophäenjagd

Zwar sei die Trophäenjagd neben Verfolgung durch Viehzüchter und Krankheiten nur einer von mehreren Bedrohungsfaktoren, jedoch ein entscheidender: Vor allem die imposanten und erfahrenen "Mähnenlöwen" seien als Jagdbeute besonders begehrt. Doch gerade diese dominanten Männchen sind für den Fortbestand eines Löwenrudels besonders wichtig. Werden sie abgeschossen, rücken jüngere Männchen nach und töten den Nachwuchs des Vorgängers - mit zusätzlichen fatalen Konsequenzen für die Bestände.

Pro Wildlife forderte deshalb die Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens auf, den Afrikanischen Löwen streng zu schützen. Diese Forderung richte sich auch und vor allem an die EU, die mit ihren 25 Stimmen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen habe.

Nur noch vier größere Löwenpopulationen

Nach den Angaben der Artenschützer gibt es derzeit noch vier größere Löwenpopulationen - in der Serengeti (2.500 Löwen) und im Selous-Ökosystem (3.750 Tiere), im Okavonga-Delta in Botswana (1.438) und im südafrikanischen Krüger-Nationalpark (2.200). Dies bedeute, dass 43% des Gesamtbestandes auf nur noch vier Länder verteilt sind. In vielen anderen Ländern bestünden die Bestände nur noch aus wenigen Dutzend Tieren, so z.B. in Ghana (30), Mali (50), Benin (65) und Niger (70). Trotzdem sei noch immer in 13 Ländern Afrikas die Trophäenjagd erlaubt, und auch deutsche Jäger importierten weiterhin Löwentrophäen. Zwischen 1992 und 2002 seien weltweit 7.354 Löwentrophäen, fast 2.500 -felle und fast 1.400 -schädel exportiert worden.

 

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© ArtToday

Die Zahl der Löwen in Afrika ist nach Angaben von Artenschützern drastisch gesunken.

 

 Mehr Informationen:

Pro Wildlife

Löwe (Panthera leo)

vista verde: Raubkatzen

 

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