Weißer Hai: Vom Jäger zum Gejagten
Aus den Jägern der Meere sind mittlerweile
Gejagte geworden. Besonders der Handel mit Souvenirs bedroht die
Bestände des Weißen Hais.
(vv) - Anlässlich des Welttages des Meeres machte die Umweltschutzorganisation
WWF am Mittwoch in Wien auf die Bedrohung des Weißen Hais
durch die Menschen aufmerksam. Noch immer werde die Gefährlichkeit
der Haie, besonders der Weißen Haie, übertrieben. Aber
nicht der Mensch müsse Angst haben, sondern umgekehrt: Nach
Schätzungen verenden jährlich zwischen 70 und 100 Millionen
Haie durch menschliche Einflüsse.
"Der Weiße Hai wird in Filmen gerne als ein für
den Menschen bedrohliches Biest präsentiert", sagte
WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. "In der Realität
jedoch ist er in seinem Bestand gefährdet. Wenn wir nicht
sofort etwas zu seinem Schutz unternehmen, dann wird es ihn bald
nur mehr im Kino geben!"
Der Weiße Hai gehört laut WWF zu den zehn im internationalen
Handel am stärksten nachgefragten Tier- und Pflanzenarten.
Er ist besonders durch Übernutzung gefährdet, da er
erst zwischen zwölf und 18 Jahren fortpflanzungsfähig
wird und nur alle zwei bis drei Jahre wenige Junge zur Welt bringt.
Eine der Hauptursachen für den Rückgang des Bestandes
der Weißen Haie sei der internationale Handel mit Souvenirs
aus Teilen der Haie, wie z.B. der Handel mit Haizähnen, -kiefern
und flossen. Kürzlich wurde in Südafrika ein Gebiss
eines Weißen Hais im Wert von 50.000 Euro - sicher
gestellt.
Zudem sind die großen Flossen der Tiere vor allem in Asien
als Nahrung begehrt. Oft landen Weiße Haie auch als Beifang
in den Netzen kommerzieller Fischer, wo die Tiere dann verenden
oder getötet werden.
Der WWF hofft auf die Welt-Artenschutz-Konferenz, die Anfang
Oktober in Bangkok (Thailand) abgehalten wird. Der Weiße
Hai soll in Anhang II des internationalen Artenschutzübereinkommens
aufgenommen werden. Dadurch würde künftig der Handel
mit ihm oder mit Produkten aus dem Weißen Hai nur mehr mit
behördlichen Genehmigungen möglich sein.
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