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- 13.09.2004 -

 

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Chlorverbindungen schwächen Eisbären

Pestizide, Weichmacher, Schmiermittel und ähnliche Verbindungen beeinträchtigen die Gesundheit von Eisbären.

(jkm) - Blutproben von über 300 Eisbären lassen auf Störungen von Hormon- und Immunsystem schließen, die wahrscheinlich auf polychlorierte Biphenyle (PCB) und andere organische Chlorverbindungen zurückgehen. Darauf deuten drei kürzlich veröffentlichte Studien kanadischer und norwegischer Forscher hin.

Laut Andrew Derocher von der University of Alberta, Edmonton, stehen die Resultate im Einklang mit denen früherer Untersuchungen. "Die meisten Eisbären haben vermutlich Hunderte vom Menschen hergestellter Chemikalien in ihren Körpern, und sie haben niemals Mechanismen entwickelt, mit ihnen fertig zu werden", so der Zoologe. Als große Räuber am Ende der Nahrungskette nähmen die Tiere besonders große Mengen der mit dem Wind in die Arktis verfrachteten Substanzen auf.

 


© ArtToday

Polarbären: Pestizide, Weichmacher und Schmiermittel im Blut.

 

Derocher und seine Kollegen untersuchten Blut, das sie Eisbären (Ursus maritimus) auf den norwegischen Svalbard-Inseln und in Kanada in den Jahren 1995 bis 1999 abgenommen hatten. Dabei fanden sie umso geringere Spiegel von Antikörpern, je höher die PCB-Konzentrationen waren. Bei den norwegischen Tieren schienen sich die Chemikalien zudem auf die Spiegel von Cortisol und anderen Steroidhormonen sowie von Schilddrüsenhormonen auszuwirken.

Verringerte Antikörperspiegel könnten die Tiere besonders anfällig für Infektionen machen, so die Forscher. Die Beeinflussung des Hormonsystems wiederum könnte sich auf Wachstum und Entwicklung der Bären und auch auf ihre Fortpflanzung auswirken.

"Die Studien zeigen, dass Schadstoffe wie PCB und DDT noch lange nach ihrem Verbot Schäden anrichten", so Ninja Reineke vom WWF Deutschland. Nach wie vor seien jedoch viele Substanzen mit ähnlichen Eigenschaften in Gebrauch.

 

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 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

Eisbär (Ursus maritimus)

 

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