Chlorverbindungen schwächen Eisbären
Pestizide, Weichmacher, Schmiermittel und ähnliche
Verbindungen beeinträchtigen die Gesundheit von Eisbären.
(jkm) - Blutproben von über 300 Eisbären lassen auf
Störungen von Hormon- und Immunsystem schließen, die
wahrscheinlich auf polychlorierte Biphenyle (PCB) und andere organische
Chlorverbindungen zurückgehen. Darauf deuten drei kürzlich
veröffentlichte Studien kanadischer und norwegischer Forscher
hin.
Laut Andrew Derocher von der University of Alberta, Edmonton,
stehen die Resultate im Einklang mit denen früherer Untersuchungen.
"Die meisten Eisbären haben vermutlich Hunderte vom
Menschen hergestellter Chemikalien in ihren Körpern, und
sie haben niemals Mechanismen entwickelt, mit ihnen fertig zu
werden", so der Zoologe. Als große Räuber am Ende
der Nahrungskette nähmen die Tiere besonders große
Mengen der mit dem Wind in die Arktis verfrachteten Substanzen
auf.

© ArtToday
Polarbären: Pestizide,
Weichmacher und Schmiermittel im Blut.
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Derocher und seine Kollegen untersuchten Blut, das sie Eisbären
(Ursus maritimus) auf den norwegischen Svalbard-Inseln und in
Kanada in den Jahren 1995 bis 1999 abgenommen hatten. Dabei fanden
sie umso geringere Spiegel von Antikörpern, je höher
die PCB-Konzentrationen waren. Bei den norwegischen Tieren schienen
sich die Chemikalien zudem auf die Spiegel von Cortisol und anderen
Steroidhormonen sowie von Schilddrüsenhormonen auszuwirken.
Verringerte Antikörperspiegel könnten die Tiere besonders
anfällig für Infektionen machen, so die Forscher. Die
Beeinflussung des Hormonsystems wiederum könnte sich auf
Wachstum und Entwicklung der Bären und auch auf ihre Fortpflanzung
auswirken.
"Die Studien zeigen, dass Schadstoffe wie PCB und DDT noch
lange nach ihrem Verbot Schäden anrichten", so Ninja
Reineke vom WWF Deutschland. Nach wie vor seien jedoch viele Substanzen
mit ähnlichen Eigenschaften in Gebrauch.
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