Top Ten-Liste der bedrohten Arten
Vor der Artenschutzkonferenz in Thailand haben
Umweltschützer eine Top Ten-Liste der auf dem Weltmarkt am
stärksten nachgefragten Tier- und Pflanzenarten erstellt.
(vv) - Der Napoleonsfisch, der Weiße Hai und das Tropenholz
Ramin gehören nach Angaben der Umweltstiftung WWF zu den
zehn im internationalen Handel am stärksten nachgefragten
Tier- und Pflanzenarten. Der WWF will sich auf der nächsten
Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES,
die im Oktober in Thailand stattfindet, dafür einsetzen,
dass der Handel mit diesen und vielen weiteren bedrohten Arten
so gut wie möglich kontrolliert wird.
Man wolle sich dafür stark machen, dass nicht nur charismatische
und bekannte Arten eine Chance bekommen, sondern dass auch die
"Mauerblümchen" eine Lobby haben, erklärte
WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. Auf der Artenschutzliste
findet sich daher neben Arten wie Tiger und Elefant auch Ramin,
ein seltenes Tropenholz, und die ebenfalls bedrohte Asiatische
Eibe.
Am Montag hatte bereits die Organisation Pro Wildlife eine Liste
von Arten präsentiert, die durch den boomenden Exotenhandel
bedroht sind. Für die Artenschützer aus München
stehen neben dem Gelbwangenkakadu besonders Blaukopfamazone, Papstfink,
Spinnenschildkröte, McCord's Schlangenhalsschildkröte
und Blattschwanzgeckos in Thailand im Mittelpunkt. Auch deutsche
Tierhalter trügen mit dem Kauf der Natur entrissener exotischer
"Heimtiere" zu deren Ausrottung bei, kritisierte Pro
Wildlife.
Auf der Top Ten-Liste des WWF stehen:
Napoleonsfisch: Dieser große
Lippfisch, der in den Korallenriffen im Indo-Pazifik lebt, wird
bis zu zwei Meter lang, 190 Kilogramm schwer und ist besonders
wegen seiner wulstigen Lippen für Taucher interessant. Er
gilt in ostasiatischen Restaurants als Delikatesse, für die
mehr als 100 Euro pro Kilogramm gezahlt wird.

© WWF-Canon/Darren Jew
Napoleonsfisch (Cheilinus undulatus)
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Weißer Hai:
Er gehört zu den Größten unter den Haien und wird
wegen seiner Kiefer und Zähne gejagt, die als Souvenirs verkauft
werden. Vollständig erhaltene Hai-Gebisse werden für
bis zu 50.000 Euro gehandelt. Auch die Haifischflossen sind begehrt
und landen in Gourmet-Restaurants in der Suppe. Viele Tiere gelangen
als ungewollter Beifang in den Netzen der Fischer und verenden
dort.
Ramin: Das selten gewordene Tropenholz
stammt unter anderem aus Indonesien und Malaysia und wird als
Rohstoff für die Produktion von Billard-Queues, Zierleisten,
Türen und Bilderrahmen verwendet zu Lasten der Sumpfregenwälder
Südostasiens. Die Abholzung von Ramin ist meist nur ein erster
Schritt bei der Zerstörung ganzer Ökosysteme in Südostasien,
der letztendlich auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wie
zum Beispiel Orang Utans zum Opfer fallen. Ein großer Teil
des Ramins wird laut WWF in Indonesien illegal eingeschlagen.
Tiger: Innerhalb des letzten Jahrhunderts
ist die Gesamtzahl der Tiger auf nur noch schätzungsweise
fünf Prozent des ursprünglichen Bestands zurückgegangen.
Der WWF schätzt, dass heute etwa 5.000 bis 7.000 Tiger in
der Wildnis leben. Wilderer machen nach wie vor Jagd auf die Raubkatzen,
um ihre Felle und Knochen zu verkaufen. Insbesondere Tigerknochen
werden in der traditionellen asiatischen Medizin illegal als Heilmittel
eingesetzt.
Elefant: Elfenbein ist laut WWF
noch immer eine heiß begehrte Ware von Schmugglern. Das
Material eignet sich hervorragend für die Herstellung kunstvoller
Schnitzereien, Schmuckstücke und Einlegearbeiten. Der kommerzielle
Elfenbeinhandel ist seit 1989 international verboten.
Irawadi Delfin: Der Bestand dieser
seltenen Fluss-Delfine ist durch den Tod in Fischernetzen und
durch Dynamitfischerei auf nur noch knapp 1.000 Tiere geschrumpft.
Da sie als besonders charismatisch gelten, werden sie in Asien
gerne in Zoos und Aquarien eingesetzt.
Papua-Weichschildkröte: Mit
ihrer vorgestreckten Schnauze mutet diese Süßwasserschildkröte
aus Papua-Neuginea etwas bizarr an. Sie wird von Sammlern als
exotisches Haustier geschätzt. Ihre Eier werden von Plünderern
gegessen oder verkauft.
Gelbwangen-Kakadu: Liebhaber zahlen
hohe Preise für diese exotischen Papageien, deren Bestand
in der Wildnis Indonesiens auf nur noch rund 10.000 Tiere geschätzt
wird.
Blattschwanz-Gecko: Die scheuen
Echsen aus Madagaskar, deren Äußeres an Baumrinden
erinnert, werden auch in Deutschland als Haustiere gehalten.
Asiatische Eiben: Rinde und Nadeln
der verschiedenen Eibenarten sind Bestandteil des Medikamentengrundstoffs
Taxol, der unter anderem bei der Behandlung von Krebskrankheiten
eingesetzt wird.
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