FSC: Umweltsiegel für Wald und Holz
Zehn Jahre nach ihrer Gründung hat die
weltweite Waldorganisation FSC mehr als 45 Millionen Hektar Wald
mit dem gleichnamigen Holzsiegel zertifiziert.
(vv) - Der Forest Stewarship Council (FSC) wurde 1993 in Folge
des Umweltgipfels von Rio de Janeiro von Umweltorganisationen
wie dem WWF sowie von Waldbesitzern und Unternehmen gegründet,
um durch nachhaltige Bewirtschaftung Wälder vor Raubbau zu
schützen. Das Siegel ist nach Angaben des WWF inzwischen
auf rund 20.000 Produkten zu finden. Die Palette reiche von Gartenmöbeln
über Grillkohle, Bleistift, Papier, Parkettböden, Türen
und Fenster bis hin zu Bilderrahmen und Gitarren. Jedes Jahr würden
weltweit FSC-Produkte im Wert von etwa 2 Milliarden Euro gehandelt.
Auch in Deutschland hat sich nach Meinung des WWF die Waldbewirtschaftung
durch das Siegel deutlich verbessert: So sei der Anteil der Waldfläche,
die nicht für wirtschaftliche Zwecke genutzt werden darf,
sondern dem natürlichen Prozess überlassen bleibt, dank
FSC deutlich gestiegen. Der Einsatz von Dünger sei stark
zurückgegangen. Pestizide würden nur noch in Ausnahmefällen
und auf behördliche Anordnung eingesetzt. Auch soziale Aspekte
wie die Sicherheit der Waldarbeiter würden stärker berücksichtigt.
Baumärkte engagieren sich
Ziel des WWF ist es, dass sich immer mehr Waldbesitzer und Unternehmen
dem FSC anschließen. Dazu hat der WWF zum Beispiel die WWF
Wood Group ins Leben gerufen. Deren Mitglieder - unter anderem
die Baumarktketten Bahr Baumarkt, Hornbach und OBI - engagieren
sich dafür, dass illegales Holz nicht mehr verarbeitet und
vertrieben wird. Auch die Papierbranche hat nach Angaben des WWF
mittlerweile FSC für sich entdeckt: In Europa sei die Nachfrage
nach Papier mit FSC-Frischfasern allein im vergangenen Jahr um
das Vierfache gewachsen.
Die FSC-Standards sind weltweit gültig und werden jeweils
den nationalen und regionalen Gegebenheiten angepasst. Nach der
Vergabe des Siegels wird die gesamte Handelskette vom Wald über
sämtliche Produktionsstätten bis hin zum fertigen Produkt
jedes Jahr von zugelassenen Zertifizierern überprüft.
Kahlschlag und illegaler Holzhandel
Der WWF unterstützt den Forest Stewardship Council unter
anderem, um dem Kahlschlag der Wälder und dem Handel mit
illegal geschlagenem Holz entgegenzuwirken. Weltweit gehen laut
WWF jedes Jahr mindestens 14 bis 16 Millionen Hektar Wald verloren
- durch illegale Rodungen, Waldbrände und die Umwandlung
in riesige Plantagenflächen zum Anbau billiger Rohstoffe
wie Soja oder Palmöl.
Seite
drucken
|