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- 03.09.2004 -

 

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Soja-Boom bedroht Wälder und Savannen Südamerikas

Immer mehr Regenwälder und Savannen in Südamerika müssen neuen Soja-Plantagen weichen. Dabei wäre der Soja-Anbau auch ohne massive Naturzerstörung möglich, so eine WWF-Studie.

(vv) - Die wachsende Weltmarkt-Nachfrage nach Soja zerstört den südamerikanischen Regenwald. Bis zum Jahr 2020 drohen weitere 22 Millionen Hektar ursprünglicher Savannen und Wälder neuen Soja-Plantagen zum Opfer fallen. Dies entspricht der Fläche Großbritanniens, warnt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Umweltstiftung WWF. Der Report zeigt auch die Alternative auf. "Der wachsende Soja-Hunger kann zu großen Teilen ohne Raubbau an natürlichen Lebensräumen gestillt werden. Statt Tropenwälder in Plantagen umzuwandeln, könnten die Farmer auf bestehenden Weiden im Wechsel Gras für das Vieh und Soja anbauen", erläuterte WWF-Waldexperte Michael Evers. Der Verlust von Wäldern und Savannen ließe sich so in den kommenden Jahren von 22 auf etwa 3,7 Millionen Hektar senken.

Laut der WWF-Studie hat sich der Soja-Anbau in Argentinien, Bolivien, Brasilien und Paraguay in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Exporte aus diesen Ländern sind in die Höhe geschnellt. Verantwortlich sei die wachsende Nachfrage in Europa und China, wo die Hülsenfrucht hauptsächlich an Schweine, Hühner und Rinder verfüttert werde. Und der Trend halte an: Die weltweite Nachfrage nach Soja dürfte nach Angaben des Reports in den nächsten 20 Jahren um weitere 60 Prozent steigen.

Die Folgen des Booms sind nach Angaben des WWF verheerend. Durch den Anbau von Soja und weiteren Agrarprodukten sei der Atlantikwald Südbrasiliens bereits weitgehend zerstört worden. Millionen Hektar des Chaco in Argentinien und des Cerrado in Brasilien, der artenreichsten Savanne der Welt, wurden in Sojafelder umgewandelt. Die Studie warnt, dass in Südamerika weiteren 16 Millionen Hektar Savanne und sechs Millionen Hektar Tropenwald die Vernichtung droht.

 


© WWF-Canon/Michel Gunther

Jaguar (Panthera onca) in Brasilien: Habitat durch Soja-Anbau bedroht.

 

Umdenken bei Farmern und Verbrauchern

"Was wir jetzt brauchen, ist ein Umdenken bei den Farmern vor Ort und bei den Importeuren und Verbrauchern in Europa", forderte Evers. Die Europäische Union importierte im vergangenen Jahr allein für Viehfutter 30 Millionen Tonnen Sojamehl. Laut einer weiteren WWF-Studie verbraucht beispielsweise ein Schweizer Bürger durch seinen jährlichen Konsum von Milch, Eiern und Fleisch die Ernte eines 230 Quadratmeter großen Sojafeldes. Das entspricht etwa einem Tennisplatz. In einer ähnlichen Größenordnung dürfte sich nach Schätzung des WWF auch der Verbrauch deutscher Konsumenten bewegen.

Einen ersten Schritt zum nachhaltigen Soja-Anbau kündigte die Schweizer Firma Coop an. Gemeinsam mit dem WWF hat der Grossverteiler Kriterien für die nachhaltige Produktion von Soja entworfen. Die sogenannten "Basler Kriterien" umfassen neben ökologischen Aspekten auch soziale Mindeststandards.

 

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 Mehr Informationen:

WWF-Studie: Managing the Soy Boom (pdf)

 

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