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- 25.08.2004 -

 

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Überfischung und Verschmutzung bedrohen Barentssee

Überfischung und Verschmutzung durch die russische Ölindustrie drohen die Barentssee aus dem ökologischen Gleichgewicht zu bringen.

(jkm) - Weil im Nordmeer Schellfisch, Kabeljau und andere Meerestiere überfischt werden, droht die Barentssee aus dem ökologischen Gleichgewicht zu geraten. Verschmutzungen durch die russische Ölindustrie verschärfen die Situation noch. Zu dieser Einschätzung gelangt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Die Organisation kritisiert, die Probleme in der Barentssee seien zu lange vernachlässigt worden.

Exekutivdirektor Klaus Töpfer stellte den UNEP-Report zur Barentssee auf einer Fachtagung im norwegischen Stavanger vor. Demnach ist die Überfischung "das momentan dringendste Problem der Region". Es sei bisher versäumt worden, die Befischung zu reglementieren, rügt der Report.

Bedroht werde die Barentssee außerdem durch zunehmende Umweltverschmutzung, erklärte Töpfer. Einerseits sei das Meer zur Zeit noch sauberer als die meisten europäischen Meere und eine gesundheitliche Gefährdung der Küstenbewohner sei nicht zu erwarten. Andererseits habe die russische Öl- und Gasindustrie angekündigt, ihre Produktion zu erhöhen und die Erdöl-Förderung im Meer zu verstärken. Der Betrieb von Förderplattformen und der steigende Transportverkehr mit Öltankern führe zu mehr Verschmutzungen des verwundbaren arktischen Ökosystems, befürchtet der UNEP-Report.

Russland plant nach UNEP-Angaben, seine Öl- und Gasförderung im arktischen Eis bis zum Jahr 2020 auf jährlich 40 Millionen Tonnen zu erhöhen. Der damit verbundene Schiffsverkehr steigt voraussichtlich auf das Sechsfache des heutigen Niveaus. Der UNEP-Report mahnt Notfallpläne an, die bei einer Tankerhavarie in Kraft treten könnten.

Atom-Schrott und Königskrabben

Darüber hinaus verweist der Report auf zwei weitere Probleme, die die Barentssee schädigen können: Zum einen ist dies radioaktiver Abfall der russischen Nordmeerflotte, der in Form abgewrackter Atom-U-Boote an der Küste von Murmansk im Wasser liegt.

Zum anderen drohen eingeschleppte Tierarten wie etwa die Königskrabben das Ökosystem nachhaltig zu verändern. Die Tiere seien zum Teil in Schiffstanks eingewandert, zum Teil über Fischfarmen gezielt ausgesetzt worden, kritisiert der UNEP-Report. Derartige Eingriffe in die Natur fänden zur Zeit im rechtsfreien Raum statt.

 

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© ArtToday

Förderplattformen und Öltanker tragen zur Verschmutzung der Meere bei.

 

 Mehr Informationen:

GIWA

UNEP

 

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