"Jahrtausendereignis": Pottwal vor der deutschen Ostseeküste
Ein seit einigen Wochen in der Ostsee umherirrender
Pottwal ist jetzt auch vor der deutschen Küste gesichtet
worden.
(vv) - Am 6. August sahen Angler das Tier in der Mecklenburger
Bucht, teilte das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund am Freitag
mit. Die Angler wollten eigentlich Dorsch fischen und wunderten
sich, dass sie plötzlich so viele Heringe fingen. Bei völlig
glatter See hörten sie ein Schnaufen und sahen die komprimierte
Atemluft des Wales als Blas. Dann tauchte die Rückenfinne
auf und nach weiteren Atemzügen war das Tier wieder verschwunden.
Laut Meeresmuseum gibt es Anzeichen dafür, dass das etwa
15 Meter lange Tier möglicherweise dem Heringsschwarm hinterher
jagte. Normalerweise ernähren sich Pottwale von Tintenfischen.
Ein Pottwal in der Ostsee ist ein ganz besonderer Irrgast. Das
Museum sprach von einem "Jahrtausendereignis". Eigentlich
halten die Wale sich um diese Jahreszeit in subtropischen Gewässern
auf. Wahrscheinlich hat sich das Tier auf seiner Wanderung aus
dem Nordpolarmeer nach Süden verschwommen. Vielleicht sei
der Wal, der bereits Ende Juli um Bornholm herum gesichtet wurde,
wieder auf dem Rückweg. In der Ostsee findet der Meeressäuger
nur wenig geeignete Nahrung: Pottwale ernähren sich hauptsächlich
von Tintenfischen, die sie in Tiefen von bis zu 1200 Metern jagen.
Da es sich um den ersten sicheren Nachweis dieses größten
aller Zahnwale in der Ostsee handelt, sind die Walforscher im
Deutschen Meeresmuseum an jeder Beobachtungsmeldung interessiert
und bitten darum, ihnen alle Sichtungen zu melden.
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