Pflanzenvielfalt lockt Krabbeltiere
Auch in Monokulturen lockt eine hohe genetische
Vielfalt der Pflanzen mehr Insekten und Spinnen an.
(jkm) - Ein vielfältiger Pflanzenbestand kann mehr Arten
von Gliederfüßern beherbergen. Das gilt auch dann,
wenn der Bestand von lediglich einer Pflanzenart gebildet wird,
hat ein kanadischer Botaniker entdeckt. Je höher die genetische
Vielfalt in der Monokultur, desto mehr Insekten und Spinnen stellen
sich ein - vor allem räuberische Arten scheinen einen reich
gedeckten Tisch vorzufinden.
Aufgrund früherer Studien habe man vermutet, dass die unterschiedliche
Widerstandskraft der Pflanzen gegen Pflanzenfresser ein wichtiger
Faktor für die Zusammensetzung der zugehörigen Fauna
sei, erläutert Mark Johnson von der University of Toronto.
Die neuen Ergebnisse deuteten darauf hin, dass der Blühzeitpunkt
ebenfalls von Bedeutung sei. Möglicherweise können Gruppen
von Pflanzen, die zu leicht unterschiedlichen Zeitpunkten blühen
und fruchten, insgesamt mehr Pflanzenfresser ernähren und
sind damit wiederum attraktiver für Räuber.
Johnson pflanzte Nachtkerzen (Oenothera biennis) im Freiland
in Gruppen von je acht Pflanzen. Einige Gruppen bestanden aus
genetisch identischen Pflanzen, enthielten also nur einen Genotyp.
Andere enthielten vier Genotypen à zwei Pflanzen, wieder
andere bestanden aus acht unterschiedliche Pflanzen. In regelmäßigen
Abständen erfasste der Forscher, wie viele Gliederfüßer
(Arthropoden) welcher Arten in und auf den Pflanzen lebten.
Gegenüber genetischen Monokulturen fanden sich in den vielfältigsten
Gruppen bis zu 18 Prozent mehr Arthropoden-Arten, berichtete Johnson
jetzt auf dem Jahrestreffen der Ecological Society of America
in Portland, Oregon. Diese Zunahme der tierischen Vielfalt ging
jedoch weniger auf Pflanzenfresser zurück, sondern überwiegend
auf räuberische Spinnen und Insekten. Ähnliches galt
für die Individuenzahlen - wiederum schienen die Pflanzenfresser
kaum zu profitieren. Besonders ausgeprägt war der Effekt
gegen Ende der Wachstumsperiode.
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