Reges Treiben in der Tiefsee
In bis zu vier Kilometern Tiefe ist eine internationale Expedition zum mittelatlantischen Rücken auf eine unerwartete Vielfalt von Lebewesen gestoßen.
(jkm) - Während der zweimonatigen Fahrt fanden die Forscher nicht nur mehrere seltene oder gänzlich neue Tierarten, sondern auch riesige Planktonringe und akkurat angeordnete Löcher am Grund der Tiefsee.
Insgesamt 60 Wissenschaftler aus 13 Nationen hatten an der Expedition MAR-ECO mit dem norwegischen Schiff "G.O. Sars" teilgenommen. Die Fahrt wurde im Rahmen des internationalen "Census of Marine Life" durchgeführt, einer auf zehn Jahre angelegten und eine Milliarde US-Dollar teuren Erfassung des Meereslebens.

© David Shale
Aphyonus gelatinosus, ein seltener Bewohner des Nord-Atlantik.
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Überrascht zeigten sich die Wissenschaftler vor allem von der Vielfalt der Lebensgemeinschaften im freien Wasser sowie am Meeresgrund in bis zu vier Kilometern Tiefe. Mit einem ganzen Arsenal von Instrumenten und Techniken fanden sie entlang des mittelozeanischen Rückens rund 300 Fischarten, 50 Arten von Kopffüßern und eine noch unbekannte Zahl von Planktonarten. Darunter sind halbdurchsichtige Tiefseefische, die sich in eine dicke Gallerschicht hüllen, und ein Anglerfisch mit einem - selbst für Anglerfische - eigenartig geformtem Kopf und Köderorgan.

© Tracey Sutton
Nicht schön, aber druckfest: Der Anglerfisch der Gattung Lophodolus ist möglicherweise eine neue Art.
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Zu den erstaunlichsten Entdeckungen gehören über zehn Kilometer weite Ringe aus Plankton. Aufgespürt mit Hilfe des Sonars, bestehen sie aus Schwärmen von Organismen, die durch Strömungen zusammengetrieben werden. Nicht minder rätselhaft sind Reihen von Löchern im Meeresgrund in zwei Kilometern Tiefe. In regelmäßigen Abständen angeordnet, erzeugen sie laut den Forschern den Eindruck, "als wäre diese Landschaft mit einer Nähmaschine erzeugt worden". Vermutlich handelt es sich um die Baue oder mehrere Ausgänge eines großen Baus einer noch nicht identifizierten Krebsart.
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