Greenpeace: Doggerbank soll Schutzgebiet werden
Die Umweltorganisation Greenpeace hat mit der
Markierung des ersten möglichen großflächigen
Schutzgebietes in der Nordsee begonnen.
Hamburg (vv) - Im Rahmen der Kampagne zum Schutz von Nord- und
Ostsee hat das Greenpeace-Flaggschiff "Esperanza" am
Mitwoch auf der "Doggerbank" in der Mitte der Nordsee
die erste Boje gesetzt. Das "Schutzgebiet Doggerbank"
ist eins von 17 Schutzgebieten, die Greenpeace für Nord-
und Ostsee fordert und in denen Ölförderung und Fischerei
verboten werden sollen. Insgesamt sollen 40 Prozent der beiden
Meere unter Schutz gestellt werden.
"Der Mensch hat die Meere vor unserer Haustür massiv
ausgebeutet und zerstört", sagte Iris Menn, Meeresexpertin
von Greenpeace Deutschland. "Fischerei sowie Öl- und
Gasförderung haben viele Fischbestände an den Rand des
Aussterbens gebracht und die Meere stark verschmutzt." Großflächige
Schutzgebiete sind nach Meinung von Greenpeace die einzige Möglichkeit
die Ökosysteme von Nord- und Ostsee langfristig zu schützen.
Nur durch diese Gebiete könnten sich die Bestände von
Kabeljau oder Scholle erholen. Dadurch würde auch die Fischerei
in Nord- und Ostsee langfristig gesichert.
Das von Greenpeace geforderte "Schutzgebiet Doggerbank"
ist rund 85.000 Quadratkilometer groß. Mitten in diesem
Schutzgebiet liegt die eigentliche Doggerbank - eine Sandbank,
die vielen kommerziell genutzten Fischarten als Laichgrund dient.
Heutzutage ist die Doggerbank laut Greenpeace massiv überfischt.
Jeder Quadratmeter des Gebietes werde pro Jahr mit schweren Grundschleppnetzen
bis zu sieben Mal durchpflügt. In der Nordsee landeten pro
Jahr 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang in den Netzen und
würden anschließend tot oder verletzt über Bord
geworfen. Die Bestände von Kabeljau, Seezunge, Wittling und
Scholle seien akut bedroht.
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