Mehr Kaffee: Naturschutz zahlt sich aus
Emsige Bienen bescheren einer Kaffeeplantage
in Costa Rica jährliche Einnahmen von über 60.000 US-Dollar.
(jkm) - Indem die Insekten für eine effektive Bestäubung
der Kaffeesträucher sorgen, steigern sie den Fruchtansatz
um bis zu 20 Prozent und zeichnen so für sieben Prozent des
Betriebseinkommens verantwortlich. Zu dieser Einschätzung
gelangen amerikanische Biologen im Fachblatt "Proceedings
of the National Academy of Sciences".
"Diese Studie zeigt, dass es klare ökonomische Argumente
für den Erhalt ursprünglicher Ökosysteme gibt",
erklärt Taylor Ricketts, Biologe an der kalifornischen Stanford
University und im US-World Wildlife Fund. Naturschützer führten
zwar häufig die von der Natur kostenlos erbrachten "Leistungen"
als Argument für den Erhalt von Lebensräumen an. Konkrete
Zahlen seien jedoch selten.
Ricketts und seine Kollegen führten ihre Untersuchung auf
der Finca Santa Fe durch, einer 1.065 Hektar großen Kaffeeplantage
im costaricanischen Valle General. Der Betrieb wird von mehreren
Waldfragmenten flankiert, in denen neben einheimischen Bienen
auch verwilderte Honigbienen (Apis mellifera) leben. Am Beispiel
zweier 46 und 111 Hektar großen Waldstücke ermittelten
die Forscher, dass die Insekten den Ertrag an Kaffeebohnen binnen
ein Kilometer Entfernung vom Waldrand um etwa 20 Prozent erhöhen.
Gleichzeitig steigern sie die Qualität der Früchte:
Der Anteil so genannter Perlbohnen, in denen sich aufgrund mangelhafter
Bestäubung nur eine der zwei Samenlagen entwickelt, sinkt
im Einzugsbereich der Bienen um 27 Prozent.

© Taylor Ricketts
Biene auf Kaffeeblüte.
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Ricketts und seine Kollegen schätzen, dass die zwei Waldstücke
bzw. die darin lebenden Bestäuber Jahr für Jahr fast
62.000 US-Dollar zum Einkommen der Plantage beitragen. Der Wald
sei damit deutlich wertvoller als die nach seiner Rodung typischerweise
angelegten Flächen, so die Forscher. Viehweiden etwa erbrächten
auf der gleichen Fläche einen Jahresertrag von lediglich
24.000 US-Dollar. "Unsere Zahlen sind sehr konservativ",
betont Ricketts' Kollege Paul Ehrlich. "Wir haben nur eine
Leistung des Ökosystems betrachtet und das auch nur für
einen Betrieb. Würden wir weitere Leistungen wie die Wasserfiltration
oder die Bestäubungsarbeit auf benachbarten Plantagen quantifizieren,
würde der Wert dieses Waldes deutlich steigen."
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