Forscher: Füchse müssen nicht gejagt werden
Die Anhänger der britischen Fuchsjagd haben ein Argument weniger: Die Zahl der Rotfüchse unterliegt offenbar einer natürlichen Kontrolle - die Jagd ist nicht nötig.
(jkm) - Kurz vor einem möglichen Verbot der Fuchsjagd in Großbritannien haben englische Biologen erneut die Fuchsbestände des Landes geschätzt. Auf der Insel Britannien leben demnach etwa 258.000 Rotfüchse, berichten die Forscher im "Journal of Applied Ecology". Und offenbar unterliegt diese Zahl einer effektiven natürlichen Kontrolle - entgegen den Argumenten der Jagdbefürworter.
"Unserer Studie zufolge wird der Fuchsbestand stärker durch Lebensraum-Merkmale beeinflusst als durch die Zahl der durch Menschen getöteten Füchse", so Stephen Harris von der University of Bristol. "Demnach muss im Falle eines Jagdverbots nicht mit einem Anstieg der Fuchszahl gerechnet werden." Die Studie wurde durch die Tierschutzorganisation International Fund For Animal Welfare (IFAW) finanziell unterstützt.
Harris und seine Mitarbeiter sowie Heerscharen von Freiwilligen zählten Kothaufen von Füchsen auf 441 einen Quadratkilometer großen Flächen auf der britischen Hauptinsel. Diese Resultate kombinierten sie mit Schätzungen und experimentellen Daten zur Zahl der von einem Rotfuchs täglich abgesetzten Kothaufen und dem Anteil dieser Haufen, der bei Feldstudien entdeckt wird. Das Resultat: Gegen Ende des Winters 1999/2000 lebten im ländlichen Britannien 225.000 erwachsene Rotfüchse (Vulpes vulpes), hinzu kamen gut 33.000 Tiere in städtischen Gebieten.
Zu ähnlichen Resultaten waren weniger präzise Schätzungen für die Jahre 1981 und 1995 gekommen. Eine weitere Studie hatte zudem gezeigt, dass ein temporäres Verbot der Fuchsjagd - ausgesprochen im Jahr 2001 aufgrund der Maul- und Klauenseuche - keinerlei Effekt auf die Fuchsbestände hatte.
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