Frühjahrsblüte beginnt früher
An der amerikanischen Ostküste setzt die Frühjahrsblüte heute gut eine Woche früher ein als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
(jkm) - Dies haben US-Biologen beim Studium alter Aufzeichnungen aus einem botanischen Garten ermittelt. Hauptursache sind ihrer Ansicht nach die gestiegenen Temperaturen im Frühjahr.
Richard Primack von der Boston University und seine Kollegen führten ihre Studie im Arnold Arboretum durch. In der Nähe der Großstadt Boston gelegen, beherbergt dieser Baumgarten neben einem umfangreichen Herbarium gut 15.000 Bäume und Sträucher. Die Biologen konzentrierten sich auf 229 heute noch lebende Pflanzen, für die bis ins Jahr 1885 zurück reichende Daten über den Blühbeginn vorliegen. Demnach haben die Gewächse in den Jahren 1980 bis 2002 im Schnitt acht Tage früher zu blühen begonnen als im Zeitraum 1900 bis 1920.
Laut Primack ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Boston in diesem Zeitraum um 1,5 Grad Celsius gestiegen. Diese Erwärmung kann jedoch nur eine Verschiebung von fünf Tagen erklären, berichten der Forscher und sein Team demnächst auf einer Naturschutz-Fachtagung in New York. Die übrigen drei Tage gingen auf Faktoren wie Alter und Größe der Pflanzen und kleinräumige Effekte wie die Wärmespeicherung durch Gebäude und Straßen in der Umgebung des Baumgartens zurück.
Die Studie demonstriere, dass Herbarien, Museen und ähnliche Sammlungen heute wertvoller denn je seien, so Primacks Student Abraham Miller-Rushing. "Wir suchen ständig nach Wegen, mehr über die Vergangenheit herauszufinden, um die gegenwärtigen Vorgänge besser verstehen zu können", so der Biologe. Für die Erforschung des Klimawandels und seiner Folgen seien die privaten und öffentlichen Archive "eine bislang kaum genutzte Ressource".
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