Auch Tiefseebewohner reagieren auf Klimaänderungen
Selbst vier Kilometer unter der Wasseroberfläche werden klimatische Veränderungen registriert.
(jkm) - Lebensgemeinschaften am Boden der Tiefsee reagieren sehr stark, indem sich mit den Bedingungen an der Meeresoberfläche auch der Nachschub an Nahrung ändert. Das berichten zwei amerikanische Meeresbiologen im Magazin "Science".
"Größere Tiere, wie man sie sehen würde, wenn man am Grund des Ozeans stände, könnten durch das Klima ebenso beeinflusst werden wie Tiere in flachen Gewässern oder an Land", so Henry Ruhl von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla. Ruhl und sein Kollege Kenneth Smith jr. beobachteten die Fauna im Umkreis einer Messstation in 4.100 Metern Tiefe, gut 200 Kilometer vor der kalifornischen Küste gelegen.
Regelmäßige Einsätze eines Kameraschlittens zeigten hauptsächlich Stachelhäuter, insbesondere Seegurken, auf dem schlammigen Untergrund. Die Tiere ernähren sich von organischen Partikeln wie toten Algen oder Kot, die aus höheren Wasserschichten "herabregnen". Im Zeitraum von 1989 bis 2002 ließ dieser Partikelregen mehrmals fast gänzlich nach, um kurz darauf umso stärker wieder einzusetzen, fanden die Forscher. Deutliche Veränderungen der Individuendichte zeigten, dass die einzelnen Arten mit diesen Schwankungen unterschiedlich gut zurechtkamen.

© Henry Ruhl (UCSD)
Seegurke Scotoplanes globosa
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So war in kargen Jahren im Schnitt auf jedem Quadratmeter Meeresgrund eine Seegurke der Art Elpidia minutissima zu finden. Verstärkte sich der Partikelregen, schien diese Art der Konkurrenz durch andere Tiefseebewohner weichen zu müssen. Nach einem El Niño/La Niña-Ereignis in den Jahren 1997 bis 1999 sank ihre Individuendichte um mehr als das Tausendfache.
Umso häufiger waren nun andere Seegurken wie etwa das "Meerschwein" Scotoplanes globosa, Seesterne und Schlangensterne gehörten ebenfalls zu den Gewinnern. Möglicherweise finden diese Arten bei starkem Partikelregen besonders viel geeignete Nahrung, während Elpidia bei geringer Nachschubintensität von einer besseren Verwertung oder Sucheffizienz profitieren könnte.
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