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- 22.07.2004 -

 

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Ostsee: Fischfutter in der Zwickmühle

Wenn Fischlarven in der Ostsee satt werden wollen, müssen sie möglicherweise tief tauchen.

(jkm) - Ein kleiner Ruderfußkrebs, dem eine wichtige Rolle für die Ernährung des Fischnachwuchses zugeschrieben wird, scheint nach den Untersuchungen einer deutsch-dänischen Forschergruppe nur zwischen 60 und 70 Metern Wassertiefe zu gedeihen. Gefangen zwischen Sauerstoffmangel und Salzmangel, könnte es künftig sogar noch enger für den Krebs werden - und damit vielleicht auch für die arg strapazierten Fischbestände.

Das wäre der Fall, wenn die klimatisch bedingte "Aussüßung" der Ostsee weiter fortschreiten würde, so Frank Hansen vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und seine Kollegen. In den letzten Jahren hätten die Salzgehalte in den oberen Wasserschichten der Ostsee kontinuierlich abgenommen. Oithona similis, so der Name des Untersuchungsobjekts, brauche jedoch ein gewisses Maß an Salz.

Der kaum millimetergroße Ruderfußkrebs gehört zum Zooplankton, dem Bindeglied zwischen den Photosynthese betreibenden Algen und größeren Tieren. Die Art kommt in allen Meeren vor. Ausgerechnet in der Ostsee scheint sie sich jedoch nur zwischen 60 und 70 Metern Wassertiefe wohl zu fühlen, fanden die Forscher bei ihrer Untersuchung in der Bornholmsee. Ihre Befunde präsentierten sie kürzlich im "Journal of Plankton Research".

Dass Oithona similis nicht tiefer abtaucht, war für die Meeresbiologen keine Überraschung. In dieser Tiefe liegt in den Ostseebecken nämlich die Salzgehaltssprungschicht, die den Wechsel von salzreichem, aber sauerstoffarmen Wasser in der Tiefe zu dem darüber liegenden gut durchlüfteten, aber brackigen Wasser markiert. Erstaunlich war jedoch, dass die Salzgehalte dem Ruderfußkrebs bereits zehn Meter über der Sprungschicht nicht mehr ausreichen.

 

 Mehr Informationen:

Institut für Ostseeforschung Warnemünde: Marines Allround-Talent in der Ostsee auf Rückzug? (pdf)

Oithona similis

Marine Nahrungsnetze

 

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